Wirtschaft

Krise wirkt wie Urknall für Onlinehandel

18.11.2020 • 11:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf (NÖ)
Das Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf (NÖ) APA/HANS KLAUS TECHT

Corona-Krise hat Onlinehandel noch weiter massiv angeschoben.

Die 250 größten Onlineshops Österreichs wuchsen 2019 zweistellig, lautet das zentrale Ergebnis der 10. Ausgabe der Studie „E-Commerce-Markt Österreich 2020“ von EHI und Statista in Kooperation mit dem Handelsverband.

Allerdings zeigt die Studie einmal mehr die enorme Konzentration des Onlinehandels in Österreich. Die Umsätze sind 2019 um 14 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro gestiegen. „Immer weniger große Onlinehändler teilen sich einen immer größeren Anteil des Online-Kuchens“, warnt Handelsverbands-Chef Rainer Will. Spitzenreiter Amazon hat einen Marktanteil von rund 25 Prozent und machte 834 Millionen Euro Umsatz. In dieser Zahl sind die Umsätze des Amazon-Marktplatzes noch nicht enthalten, sie werden auf rund 900 Millionen Euro geschätzt und verstärken damit die Dominanz des US-Giganten.

Die 10 größten Onlineshops in Österreich

1 Amazon.de: 834,3 Millionen Euro Umsatz

2 Zalando: 346,8

3 Universal: 111,9

4 Shop Apotheke: 93,7

5 Otto: 84,4

6 Mediamarkt: 71,9

7 H&M: 70,5

8 Apple: 62,3

9 E-tec.at: 57,7

10 Cyberport: 55,9

„Die Player auf den zehn vordersten Plätzen des Rankings verbuchen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top-250-Onlineshops“, ergänzt Nina Langer, Autorin und Projektleiterin E-Commerce des EHI. Nach wie vor wird das Ranking von Amazon vor zalando.at (346,8 Millionen Euro) und universal.at (111,9 Millionen Euro) angeführt. Die Shops auf den Plätzen 11 bis 100 liegen bei 37,4 Prozent des Gesamtumsatzes und den kleinsten Anteil haben auch in diesem Jahr wieder die Shops auf den Plätzen 101 bis 250 mit 12,9 Prozent.

„Die Studie zeigt, dass der österreichische Handel einen strukturellen Veränderungsprozess durchläuft, der von einer exponentiellen technologischen Entwicklung angetrieben wird. Die Covid-Krise wirkt als Urknall der Digitalisierung und als Turboboost für den E-Commerce. Am Ende des Jahres wird unser Land erstmals einen Online-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz von mehr als 11 Prozent erreichen“, ist Will überzeugt.

Heuer sank der Kaufkraftabfluss im E-Commerce erstmals seit mehr als zehn Jahren von 57 auf 54 Prozent. Faktoren wie Nachhaltigkeit, Qualität und lokale Produktion rücken wieder stärker in den Vordergrund, das sei eine große Chance für die mehr als 13.500 österreichischen Webshops. Auf www.kaufsregional.at sind 5000 dieser Shops gelistet.