Österreich

Wien verordnet 2G für Nachtgastro

21.09.2021 • 12:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
CORONA: PK LUDWIG NACH BUND-LAeNDER-GIPFEL UeBER VERSCHAeRFUNG DER MASSNAHMEN
APA/ROBERT JAEGER

Bürgermeister Ludwig kündigte 2G für Nachtgastro ab Oktober in Wien an.

Wien hat die nächste Stufe im Stufenplan der Corona-Gegenmaßnahmen erreicht: 214 Corona-Patienten auf den Normalstationen, 86 auf den Intensivstationen – das führt dazu, dass Stufe 5 der achtstufigen Skala eingeleitet wird, wie Wiens Bürgermeister Michael Ludwig heute bekannt gab.

Die Rahmenbedingungen, die in Wien für Alarmstufe Rot sorgen:

  • Operationen müssen bereits verschoben werden.
  • Es sind zunehmend jüngere Patienten, die ins Spital eingeliefert werden – das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren.
  • Ärzteteams und Mitarbeiter in den Spitälern sind am Rande der Belastbarkeit.
  • Mehr als 90 Prozent der Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen sind nicht geimpft,

Die Maßnahmen treten am 1. Oktober – einem Freitag – in Kraft und sind vorerst mit der Dauer von einem Monat begrenzt. Sie gelten für alle Menschen ab dem Alter von 12 Jahren.

  • 2G (geimpft oder genesen) für die Nachtgastronomie, 2,5G (geimpft, genesen oder PCR-Test) für die Mitarbeiter.
  • 2G für Zusammenkünfte von mehr als 500 Personen
  • weiterhin 2,5G für die Gastronomie
  • FFP-2-Maskenpflicht im gesamten Handel, Mund-Nasen-Schutz für die Mitarbeiter

Ludwig: „Alle Maßnahmen haben ein großes Ziel, nämlich die Zahl der Geimpften zu erhöhen.“ Was er sich noch wünschen würde: Eine 3- „oder besser noch 2,5G-Regel“ für jeden Arbeitsplatz. Dies solle über eine Sozialpartnerregelung umgesetzt werden.

3G-Regel im Job

In der Arbeitswelt könnte es in Österreich – ähnlich der ab Mitte Oktober geltenden Regelung in Italien – zu einer 3G-Regel kommen. Es gebe dazu aktuell Gespräche zwischen den Sozialpartnern, hieß es aus dem Gewerkschaftsbund.

Im Gesundheitsministerium gab man sich durchaus offen für derartige Schritte: Ziel sei eine Erhöhung der Impfquote, „es ist daher gut, dass sich die Sozialpartner auf eine Lösung verständigen wollen“.

Wien setzt generell auf möglichst flächendeckende PCR-Tests und weniger auf Antigentests, auch weil erstere Sequenzierungen ermöglichen und damit einen besseren Überblick über die epidemiologische Situation ermöglichen. Die Situation „alles gurgelt“ sei ein großer Erfolg. Antigentests sollen nur noch in besonderen Fällen eingesetzt werden.

Was ihn besonders betroffen gemacht habe: Dass die Menschen auf den Intensivstationen, die mit Atemnot kämpfen, bereuen, sich nicht impfen haben zu lassen und dringlich an ihre Freunde und Bekannte appellierten, das zu tun.

Aktuell gehen die Zahlen leicht zurück, doch das ist für Ludwig kein Grund zu Entspannung. „Wenn ich widerlegt werde, soll mich das freuen.“