Politik

„Eine Überdosis an Gift“: Schellhorn tritt zurück

24.06.2021 • 10:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
++ ARCHIVBILD ++ NEOS-MANDATAR SCHELLHORN VERABSCHIEDET SICH AUS DER POLITIK
++ ARCHIVBILD ++ NEOS-MANDATAR SCHELLHORN VERABSCHIEDET SICH AUS DER POLITIK (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Neos-Politiker und Gastronom Josef Schellhorn legt politische Ämter zurück.

Der Neos-Abgeordnete Josef Schellhorn zieht sich aus der Politik zurück. Das verkündete er am Donnerstag. Mit dem heutigen Tag beendet er sein gesamtes politisches Engagement, „weil ich meine ganze Kraft für meine Betriebe und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauche. Wir alle in der Gastro arbeiten aktuell am Anschlag mit wenig Perspektive auf Änderung“, schrieb er. Er verlasse die Politik aber auch, „weil sie mir nur mehr Kraft raubt und eine Überdosis an Gift freisetzt“, so Schellhorn.

Schellhorn ist Hotelier und Gastronom in Salzburg und saß seit 2014 für die Neos im Nationalrat. Er war Wirtschafts- und Kultursprecher, zeigte aber auch Engagement in humanitären Fragen. Nach der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 beherbergte er unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in seinen Hotels und bildet sie als Lehrlinge in seinen Betrieben auf.

Zum Abschied bedankte er sich nicht nur bei seinen Parteikollegen, sondern auch bei politischen Mitbewerbern. Explizit nannte er ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel, „der es eigentlich nicht Not hat, sich türkise Socken anzuziehen“, beim SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter und der Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek.

Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger dankte Schellhorn als „kräftigste Stimme und größtes Herz für Unternehmertum und Menschlichkeit“ im Nationalrat und weit darüber hinaus: „Was er und seine Familie in den letzten Jahren geleistet haben, hat meinen allerhöchsten Respekt und meine Bewunderung“, erinnert die pinke Parteichefin auch an Schellhorns persönlichen Einsatz in der Flüchtlingsfrage und für die Möglichkeit einer Lehre für junge Asylwerber.

Sein Mandat im Nationalrat übernimmt die Innsbrucker Gemeinderätin und Tirolerin Julia Seidl, die jüngst schon in den Vorstand der Bundespartei gewählt worden war.