Österreich

Nachlass von Schell wird versteigert

15.01.2021 • 16:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nastassja Schell vor ihrem Haus in Oberpreitenegg. Jetzt trennt sie sich von dessen Inventar.
Nastassja Schell vor ihrem Haus in Oberpreitenegg. Jetzt trennt sie sich von dessen Inventar. Markus Traussnig

Nastassja Schell, Tochter des Oscarpreisträgers, versteigert ihr Erbe.

Abgelegen auf über 1.300 Meter Seehöhe liegt das Jagdhaus des Schauspielers und Oscarpreisträgers Maximilian Schell im Kärntner Preitenegg. Die winterlichen Verhältnisse machen die Anreise abenteuerlich. Nach Schells Tod 2014 ging der Besitz an seine Tochter Nastassja Schell über. Diese ließ das Inventar nun bei der Auktionsplattform aurena.at versteigern. Am 15. Jänner konnten die insgesamt 290 Objekte von Interessenten besichtigt werden.

Zur Person

Maximilian Schell (1930-2014) war ein österreichischer Schauspieler und Regisseur. 1962 gewann er den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „Das Urteil von Nürnberg“. 1986 heiratete Schell die Schauspielerin Natalja Andreitschenko, 1989 wurde ihre gemeinsame Tochter Nastassja geboren. Nach der Scheidung von Andreitschenko heiratete er 2014 die Opernsängerin Iva Mihanovic. Seine letzten Lebenjahre verbrachte Schell am elterlichen Berghof im Kärntner Preitenegg.

Maximilian Schell, der Fußballer

Schell Versteigerung Preitenegg Jaenner 2021
„Schell“-Trikot des Fußballclubs Grasshopper ZürichSonstiges

Im hintersten Zimmer des Hauses wartet ein Trikot „Schell“ des Fußballclubs Grasshopper Zürich auf seinen neuen Besitzer. Was viele nicht wissen: Der spätere Weltstar spielte in seiner Jugend einige Saisonen beim Schweizer Verein und blieb bis zu seinem Tod dessen bekennender Fan. „Das Interesse an den Objekten ist sehr groß“, versichert Blematl. „Jeder Posten wird einen Abnehmer finden.“

Schell Versteigerung Preitenegg Jaenner 2021
Auktionator Blematl mit einem Buch aus der Goethe-SammlungSonstiges

Der kleine Rundgang endet vor dem Kamin in einem Raum, der vermutlich einmal als Wohnzimmer gedacht war. Am Sims steht ein Foto des Hausherrn. Nastassja Schell stößt dazu. Warum will sie sich von ihrem Erbe trennen? „Ich möchte den Ballast der Vergangenheit hinter mir lassen. Zudem hat mein Vater viel gesammelt, wie man sieht. Dafür ist in meinem kleinen Haus am Packer Stausee kein Platz.“ Sie hoffe, dass sie mit den Stücken den Fans ihres Vaters eine Freude machen könne.

Schell Versteigerung Preitenegg Jaenner 2021
Nastassja Schell vor einem Bild ihres Vaters MaximilianSonstiges

Auch Haus wird verkauft

Auch von dem Ende der 80er erbauten Jagdhaus möchte sich die 32-Jährige trennen. „Obwohl ich damit schöne Erinnerungen verbinde.“ Als Jugendliche wäre sie beispielsweise oft mit Freunden zum Feiern hierhergekommen. „So ein Haus für sich allein, das war damals schon richtig cool.“ Das Gebäude wurde erbaut, als Nastassja ein Baby war „Es gibt ein Foto, wo ich auf einem Schotterhaufen sitze, dahinter die Baustelle.“

Schell Versteigerung Preitenegg Jaenner 2021
Blick ins Innere des JagdhausesSonstiges

Apropos, wirklich fertiggestellt wurde das Anwesen nie. „Es war mehr ein Kunstprojekt meines Vaters. Er hat immer wieder etwas verändert.“ Die Stiege hätte er etwa fünfmal abgerissen und neu errichtet. Vor etwa 15 Jahren verließ Schell Oberpreitenegg 74 und hinterließ ein zusammengewürfeltes Durcheinander an Möbeln und Kunstwerken. Wüsste man es nicht, würde man wohl im Traum nicht daran denken, dass das alles einmal einem Hollywoodstar gehört hat.

Schell Versteigerung Preitenegg Jaenner 2021
Blick auf den EingangsbereichSonstiges

750.000 Euro will die Erbin für das circa 300 Quadratmeter große Anwesen, zu dem auch ein Hektar Grund gehört. Zwei Interessenten, die zur Besichtigung der Objekte und des Gebäudes gekommen sind, finden den Preis nicht gerechtfertigt. Das Haus sei in den letzten Jahren wenig gepflegt worden und renovierungsbedürftig. „Mit einer Million ist es nicht getan. Für das Geld bekommt man in besserer Lage schönere Immobilien.“ Nastassja Schell ist trotzdem positiv, einen Abnehmer zu finden. Am 16. Jänner um 9 Uhr entscheidet sich aber zuerst, wer bei der Versteigerung den Zuschlag erhält.