Kärnten

Testen als Bedingung für Check-In

05.01.2021 • 11:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Testen als Bedingung für Check-In

Kärntner Hoteliers wollen von Gästen negativen Test verlangen.

Während in Kärnten die Schneehöhe – im Winter wohl der wichtigste Indikator für Tourismuserfolge – steigt, sinkt die Stimmung bei Touristikern auf einen neuen Tiefstwert. Als „erheblichen Rückschlag“ bewertet Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung, den Lockdown bis 24. Jänner, ohne die Möglichkeit des „Freitestens“.

Hoteliers und Gastronomen seien bisher fix vom Start am 18. Jänner ausgegangen, nun herrsche Frustration. Besonders schwer wiegt die weitere Schließungswoche für Beherbergungsbetriebe, die, wie die Gastronomie, bereits seit Anfang November für Touristen gesperrt sind.

„Für viele stellt sich die Frage, ob sich das Hochfahren überhaupt noch lohnt oder man zu Ostern bereits in die Sommersaison startet“, sagt Sigismund Moerisch, Fachgruppenobmann der Hotellerie. Etwa in den Seenregionen, wo die Wintersaison am 10. oder 12. März endet. „Dann heuer eben keinen Winter“, sei der Tenor etlicher Hoteliers.

„Permanentes Testen von Mitarbeitern und Gästen“

„Eine Woche früher oder später zu öffnen ist nicht entscheidend“, erklärt Erwin Berger, Chef des Mountain Resort Feuerberg auf der Gerlitzen. „Aber wir brauchen Verlässlichkeit. Die Hin- und Herhupferei zermürbt uns total. Uns fehlt die Sicherheit.“ In einem Punkt wollen nun führende Kärntner Hotelbetriebe selbst dafür sorgen: „Ich bin ein Verfechter einer strengen Teststrategie – permanentes Testen von Mitarbeitern und Gästen bis in den Frühsommer hinein wird die Bedingung sein, um zu öffnen“, sagt Berger.

„Testen sorgt für möglichst viel Entspanntheit“

Auch Markus Ronacher („Die Post“, Ronacher) aus Bad Kleinkirchheim plant, den Betrieb nur für getestete Mitarbeiter und Gäste zu öffnen, um so „für möglichst viel Entspanntheit zu sorgen“. Gäste, die sich einem Test verweigern, können „sich an andere Betriebe wenden“. Ronacher will so jedenfalls am 25. Jänner aufsperren: „Dann kommen die Österreicher-Wochen, mit deutschen Gästen rechnen wir ab Mitte Februar.“

Berger will bei der Anreise maximal 48 Stunden alte Tests verlangen und im Laufe einer Urlaubswoche noch einen zweiten Test. Bestimmte Mitarbeiter werden, wie schon bisher, im „Feuerberg“ täglich getestet.

„Das Testen, bevor man ein Hotel betritt, wird eines der probaten Mittel sein, um Gäste und Mitarbeiter zu schützen“, bestätigt Kresse. „Und nicht nur die Bergbahnen werden Urlaubsgäste brauchen, um die Saison zu überleben.“ Auch der Kärntner Tourismus-Spartenobmann Josef Petritsch kann sich „sehr gut vorstellen, dass die Kärntner Beherberger sagen: Ohne Test kommst du gar nicht rein.“ Auch bei der Abreise soll der Gast getestet werden.

"Katastrophe"

„Die Branche kocht“, sagt Stefan Sternad, der Sprecher der Kärntner Gastronomie. „Auch ich bekomme einen Grant, wenn wir jetzt zum Spielball der Politik werden.“ Man könne die Gastronomie nicht ewig zusperren: „Wir dürfen nicht das Mitwirken der Bevölkerung verspielen.“ Nicht nur die finanzielle, auch die psychische Belastung der Unternehmer sei enorm, so Sternad.

Über eine halbe Milliarde Euro verliert der heimische Non-Food-Handel mit jeder Woche, die er geschlossen hält. „Nun wird die Katastrophe fortgesetzt“, klagt Raimund Haberl, der Sprecher des Kärntner Handels. „Die Winterkollektion, eine verderbliche Ware, wird mit jedem Tag schwerer zu verkaufen“, so Haberl. Auch gehe dem Staat „langsam das Geld aus, da es jetzt nur mehr einen Fixkostenzuschuss gibt“. Haberl fürchtet sich davor, „wenn dann die Stundungen auslaufen.“