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Langstreckenflüge mit Test oder Impfnachweis

27.12.2020 • 12:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Langstreckenflüge  mit Test oder Impfnachweis

Langstreckenflüge erfordern künftig negativen Test oder Impfnachweis.

„Persönlich gehe ich davon aus, dass bei Interkontinentalflügen auf bestimmten Strecken künftig jeder Passagier entweder getestet oder geimpft ist“, sagte Carsten Spohr der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“. Eine Impfpflicht, wie sie die australische Fluggesellschaft Quantas plant, sei bei der Lufthansa nicht vorgesehen.

Option zwischen Test oder Impfnachweis

In einer ersten Phase werde die Zahl der Strecken mit verbindlichen Schnelltests zunächst zunehmen. „In der zweiten Phase wird es wahrscheinlich eine Option zwischen Test oder Impfnachweis geben“, wurde Spohr zitiert. Wenn eine ausreichende Immunität der Weltbevölkerung erreicht sei, würde das Impfzertifikat dann überflüssig.

Der Lufthansa-Chef rechnet nicht damit, dass es bei der Thematik eine einheitliche Linie für den gesamten globalen Luftverkehr geben wird. „Schon heute schreiben einige Länder Tests für alle Passagiere verpflichtend vor, während andere weiter auf Quarantäne setzen.“ Wünschenswert wäre in jedem Fall eine europäische Lösung mit der Maßgabe „Test statt Quarantäne“.

Die Lufthansa leidet wie die gesamte Luftfahrt unter den Reisebeschränkungen in der Pandemie. Die Airline wurde mit einem milliardenschweren Rettungspaket des deutschen Staates vor dem Aus bewahrt. Die AUA erhielt Hilfen von der österreichischen Bundesregierung.

„Wir hatten im Dezember weniger als zehn Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch am Jahresende zehn Milliarden Euro verfügbare Liquidität“, sagte Spohr. „Das liegt in erster Linie daran, dass wir die Kosten deutlich schneller als geplant senken konnten“. Der Manager wies darauf hin, dass bis Ende des Jahres 29.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen werden, etwa jeder fünfte. „Damit möglichst wenige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen, streben wir intelligente Teilzeitmodelle an.“

Notverkäufe seien derzeit kein Thema. „Es gibt keine Pläne für einen Verkauf von Austrian Airlines“, sagte Spohr. „Mit rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung stehender Liquidität und ausreichenden Bilanzreserven kann ich eine Überschuldung aus heutiger Sicht ausschließen.“

Mit einer Rückkehr der Passagierzahlen auf das Niveau von vor der Pandemie rechnet Spohr in den kommenden Jahren nicht. „Wir gehen realistisch davon aus, dass wir Mitte des Jahrzehnts bis zu zehn Prozent weniger Passagiere als in der Vor-Corona-Zeit haben.“