International

USA stehen harter Winter bevor

07.12.2020 • 11:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
USA müssen sich auf einen düsteren Winter einstellen
USA müssen sich auf einen düsteren Winter einstellen AP

Experten rechnen mit vielen Klinik-Einweisungen und Todesfällen.

Vor einem Jahr registrierten die chinesischen Behörden die ersten Infektionen mit einem neuartigen Virus. Mittlerweile hat sich Sars-CoV-2 auf der ganzen Welt ausgebreitet und das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land sind die USA. Auch wenn ein Impfstoff mittlerweile in greifbarer Nähe ist, sind die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft auch für die kommenden Wochen und Monate düster. Seit der ersten Corona-Welle in den USA im Frühling haben die Ärzte einiges über die Behandlung von Covid-19 dazugelernt, so dass mehr Infizierte zu Hause genesen. Dennoch sind deutlich mehr Covid-19-Patienten in US-Kliniken als bei früheren Höhepunkten der Pandemie. Laut Covid Tracking Project sind es derzeit 100.000 Patienten, im April und Juli waren es 60.000.

Nach langen Verzögerungen gilt mittlerweile in den meisten Landesteilen eine Maskenpflicht. Lockdowns von Geschäften, Restaurants und religiösen Stätten sind aber die Ausnahme – sie gelten derzeit nur in Kalifornien und Ohio. In anderen Bundesstaaten gelten gewisse Einschränkungen. Manche Orte haben weitere Schutzmaßnahmen beschlossen wie etwa die Metropole New York mit ihren Schulschließungen. Einige Städte wie Chicago haben ihre Bürger aufgerufen, zu Hause zu bleiben – verpflichtend ist das aber nicht.

Dezentrales System als Problem

Die USA sind stolz auf ihr dezentrales System, aber in der gegenwärtigen Pandemie erweist sich das als Nachteil, wie der führende US-Infektiologe Anthony Fauci vergangene Woche auf Fox News sagte. Er hält es für falsch, dass viele Orte, an denen sich Menschen treffen, wie etwa Bars, vielerorts immer noch offen sind. Die Regierung des scheidenden US-Präsident Donald Trump setzt bei der Eindämmung stark auf Corona-Impfstoffe, deren Zulassung gerade geprüft wird. Bis Jahresende sollen 20 Millionen Menschen die Impfdosen von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen, bis Februar sollen 100 Millionen Menschen geimpft worden sein.

Fauci zufolge ist eine Rückkehr zur Normalität erst möglich, wenn 70 bis 75 Prozent der Menschen in den USA geimpft sind – und das sei voraussichtlich erst bis April, Mai oder Juni zu schaffen. Abgesehen von den logistischen Herausforderungen der Corona-Massenimpfungen muss auch eine gewisse Impfskepsis in den USA überwunden werden. Um dazu beizutragen, kündigten die Ex-Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama an, sich öffentlich impfen zu lassen.