Wirtschaft

„Können nicht jeden Betrieb retten“

25.11.2020 • 12:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
"Können nicht jeden Betrieb retten"

Franz Schellhorn, Agenda Austria, fordert Ende staatlicher Direkthilfen.

So sehr die Maßnahmen im ersten Lockdown alternativlos gewesen seien, so kritisch betrachtet Franz Schellhorn, Direktor der Denkfabrik Agenda Austria, das aktuelle Krisenmanagement. „Wenn wir in einen dritten Lockdown auch so hineingehen, haben wir ein echtes Problem.“ Ein nochmaliges Herunterfahren könne – auch bei Verfügbarkeit von Impfstoffen – nicht ausgeschlossen werden, „es können auch andere Pandemien kommen. Mit solchen Situationen müssen wir leben lernen“, sagt Schellhorn im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

Franz Schellhorn, Chef der Agenda Austria
Franz Schellhorn, Chef der Agenda AustriaSonstiges

Österreich solle stattdessen Garantien und Haftungen übernehmen. Indes werde die Rückkehr auf den Wachstumskurs 2021 nicht leicht sein. Weil viele Firmen aus den Lockdowns hohe Kosten mitschleppen, „werden Investitionen hintangestellt. Viele Firmen werden die nächsten Monate auch nicht überleben.“

Gebe es in Österreich in Hochkonjunkturzeiten 100 Insolvenzen pro Woche, sind es derzeit nur 40; Finanzämter und Sozialversicherungsträger stellen im Moment keine Insolvenzanträge. „Das wird sich irgendwann ändern“, sagt Schellhorn.