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Zwei Festnahmen im Windschatten der Tour

22.09.2020 • 10:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei Festnahmen im Windschatten der Tour

Staatsanwaltschaft von Marseille bestätigte zwei Festnahmen.

Droht dem Radsport nach dem Triumphzug von Tadej Pogacar nun wieder einmal ein Dopingskandal? Die Staatsanwaltschaft von Marseille bestätigte gegenüber AFP, dass Ermittlungen wegen Dopingverdachts eingeleitet wurden. Nicht nur das: Bei zwei Personen aus dem Umfeld eines Berufsradfahrers seien bereits festgenommen worden. Im Fokus der Ermittlungen steht die französische Mannschaft Arkea-Samsic. Die französische Polizei hat während der Tour unter anderem das Hotelzimmer des Kolumbianers Nairo Quintana durchsucht. Zudem wurden die Zimmer von Dayer Quintana, Winner Anacona und von Teambetreuern sowie Fahrzeuge des Rennstalles durchsucht. Medienberichten zufolge stehen Quinatnas Bruder Dayer, ein Arzt und ein Physio unter verdacht.

Staatsanwältin Dominique Laurens erkältet weiters der AFP, dass bei einer Durchsuchung Gesundheitsprodukte und Medikamente gefunden worden sind, unter anderem auch eine „Methode, die man als Doping bezeichnen kann“. Die Untersuchung würde sich aber nicht gegen das gesamte Team richten und es würde sich um „einen kleinen Teil des Teams“ handeln und dass die zwei Festgenommenen „zum engen Umfeld des Hauptfahrers“ gehörten. Quintana hatte zum Favoritenkreis der 107. Frankreich-Rundfahrt gehört, schloss das Rennen aber mit über einer Stunde Rückstand auf den slowenischen Sieger Tadej Pogacar auf Rang 17 ab.

Emmanuel Hubert, Team-Manager des Radrennstalls Arkea-Samsic, hat Unterstützung zugesichert, für den Fall illegaler Praktiken jedoch sofortige Konsequenzen angekündigt. „Natürlich stehen wir hinter unseren Fahrern, aber sollten die Untersuchungen tatsächlich Dopingpraktiken bestätigen, würde sich das Team umgehend von solchen Handlungen distanzieren und ohne abzuwarten, die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, sagte Hubert.

Man werde in diesem Fall Beziehungen beenden, die das Team mit „inakzeptablen und zu bekämpfenden Methoden“ in Verbindung bringen würden, so Hubert in einer am späten Montagabend veröffentlichten Mitteilung des französischen Rennstalls.