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Corona-Demo in Berlin sorgt für Entsetzen

30.08.2020 • 13:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Corona-Demo in Berlin sorgt für Entsetzen

Der Sturm von Demonstranten auf das Reichstagsgebäude wurde scharf verurteilt.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Vorrücken von Demonstranten in Richtung Reichstagsgebäude in Berlin am Samstagabend scharf verurteilt. „Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Das werden wir niemals hinnehmen“, erklärte Steinmeier am Sonntag.

„Unsere Demokratie lebt“, betonte Steinmeier. Wer sich über die Corona-Maßnahmen ärgere oder ihre Notwendigkeit anzweifele, könne das tun, auch öffentlich, auch in Demonstrationen. „Mein Verständnis endet da, wo Demonstranten sich vor den Karren von Demokratiefeinden und politischen Hetzern spannen lassen.“ Steinmeier dankte den Polizistinnen und Polizisten, „die in schwieriger Lage äußerst besonnen gehandelt haben“.

Demonstranten gegen die staatliche Corona-Politik hatten am Samstagabend eine Absperrung am Reichstagsgebäude in Berlin durchbrochen und waren auf die Reichstagstreppe gestürmt. Polizeibeamte drängten die Menschen zurück. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, es kam zu Rangeleien. Am Reichstagsgebäude hatte es zuvor eine Kundgebung gegeben. Es waren auch die von Reichsbürgern verwendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zu sehen.

Zehntausende Menschen haben insgesamt in der deutsche Hauptstadt Berlin gegen die staatlichen Corona-Auflagen demonstriert. Die Polizei löste eine der Kundgebungen am Samstag wegen Nichteinhaltung der Hygieneregeln auf. Erst am späten Abend zeichnete sich laut Polizei Entspannung ab.

„Jetzt scheint es erstmal eine entspannte Nacht zu geben“, sagte eine Sprecherin am Samstag eine Stunde vor Mitternacht. Die Abschlusskundgebung sei ohne Zwischenfälle beendet worden und auch an der russischen Botschaft, wo es Gewaltausbrüche und Hunderte Festnahmen gegeben hatte, sei Ruhe eingekehrt.

Eine Bilanz des Tages könne noch nicht gezogen werden, sagte die Sprecherin zudem. Es habe sicher hunderte Festnahmen und mehrere verletzte Polizisten gegeben.