Österreich

Zahl der Infizierten steigt weiter

28.07.2020 • 09:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rudolf Anschober
Rudolf Anschober (c) APA/ROLAND SCHLAGER

Gesundheitsminister Anschober spricht über neue Entwicklungen.

Die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen ist in den vergangenen 24 Stunden wieder dreistellig gewesen. Am Dienstagvormittag waren 119 Personen in Österreich betroffen, informierte das Innenministerium am Dienstag in einer Aussendung. 133 Leute sind jüngst genesen. 89 Covid-Erkrankte sind noch in Spitälern, 15 davon auf Intensivstationen.

Bisher gab es in Österreich 20.677 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand sind österreichweit 713 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 18.379 wieder genesen. Derzeit befinden sich 89 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 15 der Erkrankten auf Intensivstationen.

Die Neuinfektionen seit der letzten Meldung teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf: Burgenland: 3, Kärnten: 3, Niederösterreich: 23, Oberösterreich: 30, Salzburg: 4, Steiermark: 12, Tirol: 5, Vorarlberg: 3 und Wien: 36.

„Schwerste Pandemie seit 100 Jahren“

„Wir befinden uns seit sechs Monaten in einem Ausnahmezustand“, sagte Gesundheitsminister Anschober zu Beginn der heutigen Pressekonferenz kurz nach 11 Uhr, ehe er seine Mitarbeiter lobte und seiner Vorgängerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) die strukturelle Schwächung des Ressorts vorwarf. Anschober räumte aber auch ein, dass er als zuständiger Minister die Gesamtverantwortung trage („Mea culpa“), auch wenn „kein Minister der Welt Rechtsvorlagen selber verfasse. Dafür gebe es ja Rechtsexperten in den Ressorts.

Hundert Rechtsschritte und -mittel habe es seit Beginn der Pandemie im Gesundheitsministerium gegeben. Das vom VfGH gekippte Covid-Maßnahmen-Gesetz werde aktuell repariert, es sei vor allem um einige unklare Formulierungen gegangen. Zugleich gebe es als Reaktion auf die jüngsten Pannen und Missverständnisse Reformen im Gesundheitsministerium. Das betreffe Arbeitsabläufe wie auch Personalfragen. Vor allem die hausinterne Rechtsabteilung soll personell verstärkt werden. Wie viele Juristen angestellt werden sollen, werde erst erhoben.

Ob es nachträglichen Straferlass geben könne – etwa für Bürger, die sich nicht an Abstandsregelungen gehalten haben und von der Polizei abgestraft wurden – werde derzeit auch geprüft. Diese Vorgänge seien aber komplex und heikel. „Das bedeutet nicht, dass Abstände nicht mehr eingehalten werden sollten“, betont Anschober. Man sei weiter auf die Hilfe aller angewiesen, um die Pandemie einzudämmen.

Um regionalen Clusterbildungen vorzubeugen, brauche es vor allem engagiertes und gut geschultes Personal und möglichst flächendeckendes Testen. „Wir testen in Österreich soviel wie nie zuvor“, erklärte Anschober. Die Corona-Hotline wurde mittlerweile mehr als eine Million Mal angerufen.

Tourismus-Mitarbeiter werden angehalten, freiwillige Test in Anspruch zu nehmen. Auch Schlachthöfe und Altenheime werden weiter beobachtet, vor allem die Lage in Heimen sei erfreulich, die jüngeren Tests verliefen allesamt negativ, hieß es.

Jene Gastro-Praktikanten, die in St. Wolfgang positiv auf das Coronavirus getestet wurden, befinden sich laut Dr. Schmid in Quarantäne und stellen keine Gefahr für die restliche Bevölkerung dar.

Auf die Frage, warum in St. Wolfgang nicht – wie zuvor beim Freikirchencluster – mehr Schließungen vorgenommen wurden, entgegnen Anschober und Schimd, dass man einerseits den Einschätzungen, die vor Ort geschehen, vertraue und hier gehe es vor allem auch um das Kontaktmanagement, das in St. Wolfgang gut funktioniere. Auch dass mittlerweile Sommerferien sind, mache ein rigoroseres Vorgehen aktuell nicht notwendig.

Aktuell befinden gibt es in Österreich 432.000 Arbeitslose und 474.600 Personen in Kurzarbeit.