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Hymne: Was brüllen Italiener da eigentlich?

12.07.2021 • 13:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Niemand singt die Hymne lauter als die Italiener
Niemand singt die Hymne lauter als die Italiener imago

Die martialischen Worte waren schon bei der Entstehung an Österreich gerichtet.

Die Hymnen gehören vor Länderspielen zum guten Ton. Sonderlich spannend ist diese Tradition ja nicht. Außer, die Italiener setzen zum „Gesang“ an. Voller Inbrunst und Stolz wird als Einstimmung auf das Spiel „Fratelli d’Italia“ elfstimmig ins Oval gebrüllt. Doch was steckt hinter dieser mit „The Star-Spangled Banner“, „God Save the Queen“ oder der „Marseillaise“ vielleicht bekanntesten Hymne der Welt?

Die Gegner können durchaus froh sein, wenn sie des Italienischen nicht mächtig sind. Der Text würde noch vor Anpfiff der ersten Einschüchterungen dienen. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, strotzt die Hymne von Goffredo Mameli vor patriotisch besetzter Kriegsrhetorik. Hintergrund war unter anderem der drohende Krieg gegen das damalige Kaiserreich Österreich, zu dem zu dieser Zeit Teile Norditaliens (unter anderem Triest) gehörten. Die Worte sollten auch dazu beitragen, das zersplitterte Land zu vereinen. „Lasst uns die Reihen schließen, wir sind bereit zum Tod, wir sind bereit zum Tod, Italien hat gerufen“, lautet der Refrain. Davor singen die Italiener „Brüder Italiens, Italien hat sich erhoben. Und mit dem Helm des Scipio, sein Haupt geschmückt. Wo ist die Siegesgöttin? Sie möge Italien ihr Haupt zuneigen, denn als eine Sklavin Roms hat Gott sie geschaffen.“ Scipio war ein römischer Feldherr, der als einer der wichtigsten Kommandeure der italienischen Geschichte gilt.

In der fünften und letzten Strophe heißt es sogar: „Der österreichische Adler hat schon die Federn verloren. Das Blut Italiens, das Blut Polens hat er mit dem Kosaken getrunken. Aber sein Herz ist verbrannt.“