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Bei Kainz haben Eitelkeiten keinen Platz

02.06.2021 • 07:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Florian Kainz blieb mit Köln erstklassig
Florian Kainz blieb mit Köln erstklassig imago images/Herbert Bucco

Florian Kainz trug für Köln wesentlich zum Klassenerhalt bei.

Auf den letzten Drücker hat es der 1. FC Köln geschafft. Erst in der Relegation sicherte sich der deutsche Traditionsklub gegen Zweitligist Holstein Kiel den Klassenerhalt in der Bundesliga. Auch dank eines stark aufspielenden Florian Kainz. „Der Druck war extrem groß, die Anspannung vor dem Rückspiel riesig“, sagt der Grazer. Nach dem 0:1 im Hinspiel gab es in Kiel einen 5:1-Erfolg. Zwei Tore bereitete der 28-Jährige vor. „Schade, dass wir mit den Fans nicht feiern konnten. Sie haben uns in den letzten Wochen sehr unterstützt, haben Spruchbänder im Trainingsgelände aufgehängt. Der Zuspruch war sehr gut und sehr positiv. Obwohl es ja nicht so gut gelaufen ist. Das hat uns sehr gepusht.“

Für Kainz war es ein toller Abschluss einer schwierigen Saison. Sieben Monate war er nach einer Knie-OP im vorigen Sommer nicht einsatzfähig, erst am 27. Spieltag feierte er gegen Wolfsburg sein Saison-Debüt. „Ich habe in Summe fast neun Monate kein Bundesligaspiel gemacht. Aber ich habe gekämpft, dass ich am Schluss doch noch dabei sein kann. Die Erwartungshaltung an mich war relativ hoch, im Abstiegskampf ist es gleich von null auf hundert gegangen. Ich bin froh, dass ich die Spiele gut überstanden habe.“ 541 Minuten Bundesliga-Minuten, ein Tor und zwei Vorlagen waren es am Ende. Im Relegations-Hinspiel saß der ehemalige Sturm- und Rapid-Spieler 90 Minuten auf der Ersatzbank. „In so einer Phase geht es aber nicht um mich, sondern um das Team. Da ist es egal, ob ich im Hinspiel gespielt habe oder nicht. Ich bin schon zu lange dabei, um das zu wissen. Wir haben das echt geil gemacht, wie wir in dieser Drucksituation alle zusammengerückt sind.“

Dass der 16-fache Teamspieler die Europameisterschaft vor dem TV verfolgen muss, kam für Kainz nicht überraschend: „Natürlich war die Hoffnung da, dabei zu sein. Das muss der Anspruch sein, wenn man in der deutschen Bundesliga spielt. Aber es war mir klar, dass es schwierig sein würde, weil ich lange nicht gespielt habe.“

Nun heißt es eben etwas Durchschnaufen. „Bei einem Abstieg wäre es nach einer kurzen Pause weitergegangen, weil die zweite Liga früher beginnt. Zum Glück ist das jetzt nicht der Fall. Bei uns geht es im Juli wieder los.“ Bis dahin verbringt Kainz mit seiner Frau Nadine und Sohn Theo ein paar Wochen bei ihren Familien in Graz. „Ich war in den letzten eineinhalb Jahren vielleicht eine Woche in der Steiermark.“ Auch der neun Monate alte Sohnemann hat seine steirischen Verwandten coronabedingt bisher erst zwei Mal gesehen. „Einmal in Köln, einmal in Graz. Da freue ich mich jetzt sehr darüber, dass wir nach Hause kommen.“