Sport

Lichtblick stand zwischen den Pfosten

03.01.2021 • 13:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wraneschtiz überzeugte
Wraneschtiz überzeugte GEPA pictures

Wraneschitz spielte sich mit 173 gehaltenen Schüssen ins Rampenlicht.

Stürmische Zeiten brachen bei der A-Weltmeisterschaft der Junioren über Österreichs U20 im wahrsten Sinne des Wortes herein. Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: 49:249 Torschüsse in den vier Spielen gegen die USA, Schweden, Russland und Tschechien. Dabei hagelte es 29 Gegentreffer. Österreich beendet die WM in Edmonton mit nur einem erzielten Treffer damit auf dem zehnten und letzten Platz.

Nun zu den positiven Dingen: Die ÖEHV-Mannschaft konnte ein Drittel gegen Weltmacht Russland gewinnen und zeigte eine gute, disziplinierte Leistung gegen Schweden, als man „nur“ mit 0:4 verlor. Der absolute Lichtblick, der auch zumindest ein gutes Ergebnis möglich machte, stand allerdings trotz vieler Gegentreffer zwischen den Pfosten. Der Wiener Sebastian Wraneschitz (18), der in der ICE Hockey League für die Vienna Capitals heuer bereits sechs Mal im Einsatz war und ein Shutout feierte, begeisterte Mitspieler, Gegner, die internationale Presse und auch einige Scouts. In drei Einsätzen – beim 1:7 gegen Russland hatte man ihm eine Pause gegönnt – parierte er ganze 173 Schüsse auf sein Tor. „Was er gezeigt hat, war einfach unglaublich“, fehlten Kapitän und NHL-Draftpick Marco Rossi die Worte. „Der österreichische Goalie war sensationell“, hieß es auf der Website des Weltverbandes.

Wraneschitz, der auch nächstes Jahr noch spielberechtigt sein wird, bleibt allerdings komplett bescheiden: „Meine Vorderleute haben mich toll unterstützt. Und für mich ist jedes Spiel einfach eine Chance, meiner Mannschaft zu helfen. Das ist doch mein Job“, lässt er Lobeshymnen unkommentiert.

„Braucht noch viele Spiele gegen diese Gegner“

Im kommenden Jahr darf Österreich wieder in Kanada teilnehmen. Es gibt heuer keinen Absteiger, weil außer diesem Turnier, das heute ohne Österreich mit dem Viertelfinale weitergeht, coronabedingt keine Weltmeisterschaften stattfinden. Viel Arbeit für Trainer Roger Bader und Co. „aber das geht nicht von heute auf morgen, wir brauchen mehr Spiele gegen diese Gegner“, resümierte Bader nach dem abschließenden 0:7 gegen Tschechien.