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Bei Shiffrin ist nichts, wie zuvor

27.12.2020 • 12:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mikaela Shiffrin
Mikaela Shiffrin GEPA pictures

Shiffrin hat seit dem Tod ihres Vaters erstmals wieder gewonnen.

Nach ihrem emotionalen Comebacksieg in Courchevel hat Mikaela Shiffrin in Österreich auf der Reiteralm trainiert und dort auch Weihnachten gefeiert. Sie sei bereit, wolle ihre Erwartungen für die Technikrennen auf dem Semmering aber nicht zu hoch ansetzen, betonte Shiffrin vor dem Riesentorlauf und Slalom, mit dem das Jahr der Alpinski-Damen am kommenden Montag und Dienstag ausklingt.

Shiffrin hatte in Frankreich erstmals nach dem Tod ihres Vaters gewonnen und über ihren emotionalen 67. Weltcupsieg gemeint, er fühle sich an wie ihr erster. „Viele Leute glauben jetzt, dieser Sieg in Courchevel sei das Comeback gewesen und ab nun ist wieder alles normal wie früher. Ich sehe das aber nicht so. Vermutlich gibt es für mich kein ’normal‘ mehr“, erklärte die 25-Jährige nun aber. „Meine ganze Karriere war ein Prozess, das hat sich nicht geändert, nur weil ich ein weiteres Rennen gewonnen habe.“

Shiffrin hat sich nach Courchevel intensiv auf die Weltcup-Fortsetzung vorbereitet, ist doch die Phase rund um den Jahreswechsel traditionell eine ihrer stärksten. „Uns ist bewusst, wie wichtig dieser Block für die ganze Saison ist. Deshalb bereiten wir uns darauf immer besonders gut vor“, erzählte die Doppel-Olympiasiegerin und fünffache Weltmeisterin. Ihre Coaches müssten da teils Schwerarbeit leisten und manchmal acht Stunden auf dem Berg sein, weil trotz schlechten Bedingungen trainiert werde müsse.

Deshalb, so Shiffrin, habe sie derzeit auch viel Selbstvertrauen in ihr Skifahren. „Wir hatten viele produktive Tage und ich bin zuversichtlich“, freut sich Shiffrin schon auf den Semmering, wo sie 2016 an drei aufeinanderfolgenden Tagen alle drei Rennen gewonnen hat und mit insgesamt vier Siegen Rekordhalterin ist. „Ich habe aber keine höheren Erwartungen als sonst in einer normalen Saison.“ Sie wolle gar keine Vergleiche mit der Vergangenheit und der früheren „Normalität“ ziehen.

Das Weihnachtsfest zusammen mit ihrem Team in Österreich sei sehr, sehr nett gewesen, berichtete Shiffrin weiters. „Erstmals seit rund zehn Jahren hatten wir einen Tag frei nur für Weihnachten.“ Dank der Gastfamilie habe man auch einen echten Christbaum gehabt und wie hierzulande schon am 24. abends Geschenke verteilt und den amerikanischen Weg mit dem Warten auf den 25. etwas verlassen. Zum Essen gab es u.a. Kaiserschmarrn. Es sei ein einfacher, schöner Abend gewesen. Lieblingsgeschenk war ein Kuschel-Sweater ihrer Mutter Eileen.

Sie sei dankbar, dass ihr Team mittlerweile so etwas wie eine Familie sei und dass sie dank der aktuellen Technologien auch den US-Teil ihrer Verwandtschaft wie ihren Bruder und dessen Verlobte gesprochen und gesehen habe. „Besser als das alles wäre nur gewesen, wirklich zu Hause zu sein.“