Sport

Einfache Erklärung für Final-Klatsche

01.06.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lustenau-Trainer Roman Mählich freut sich auch über "Platz zwei"
Lustenau-Trainer Roman Mählich freut sich auch über „Platz zwei“ (c) GEPA pictures/ Christian Walgram

Lustenau-Coach Roman Mählich nahm die Niederlage mit Humor.

Vor dem Cup-Finale im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gab sich Lustenau-Trainer Roman Mählich keinen Illusionen hin: „Bei Salzburg kostet manch ein Spieler mehr als bei uns der gesamte Kader plus Trainerteam.“ Tatsächlich war es ein solcher Spieler, der den haushohen Favoriten in Minute 19 mit 1:0 in Führung brachte. Dominik Szoboszlai (Marktwert 13,5 Millionen Euro) zirkelte einen Freistoß von der rechten Seite aus spitzem Winkel ins lange Eck. Der gemeinsame Torjubel blieb aus. „Das war ungewohnt“, schmunzelte der Torschütze. „Wir müssen aber froh sein, dass wir überhaupt spielen dürfen.“

Doppelter Patzer beim 0:2

Die Lustenauer (Gesamtmarktwert 4,48 Millionen Euro) verharrten kurz in Schockstarre. Salzburg legte sofort nach, profitierte von einem Schnitzer in der Vorarlberger Defensive. Torhüter Florian Eres spielte einen Eröffnungspass zu ungenau. Hwang Hee-Chan spitzelte dazwischen. Abermals agierte Eres unglücklich, patzte bei der Hereingabe des Salzburg-Stürmers. Der Ball sprang an das Schienbein von Lustenau-Verteidiger Dominik Stumberger und kullerte von dort ins Tor – 2:0 (21.). Der 21-jährige Eres, der im Jänner vom Regionalligisten Hohenems nach Lustenau gewechselt war, hatte sich sein Debüt wohl anders vorgestellt.

Wie schon 2019 gegen Rapid

Salzburg hingegen präsentierte sich – traditionell – kaltschnäuzig. Die rasche Torfolge ließ Erinnerungen an das Vorjahresfinale gegen Rapid hochkommen. Auch da trafen die Mozartstädter in Halbzeit eins binnen zwei Minuten doppelt. 2019 dauerte es noch 158 Sekunden, gestern machte man den Sack innerhalb von 90 Sekunden zu.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig an der Spieldramaturgie. Die Mannschaft von Jesse Marsch spielte konzentriert weiter. Noah Okafor erhöhte mit einem satten Kracher aus elf Metern auf 3:0 (53.), Majeed Ashimeru legte mit einem Schuss von knapp außerhalb des Strafraums das 4:0 nach (65.). Den Schlusspunkt zum 5:0 in der einseitigen Partie setzte Sekou Koita nach einem Stanglpass von Karim Adeyemi (79.). Und Lustenau? Kam nur ein mal gefährlich in die Nähe des Salzburg-Gehäuses. Ronivaldo traf mit einem Weitschuss nur die Querlatte (63.).

In Minute 85 wurde das Geisterspiel endgültig historisch. Patrick Farkas kam für Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer – und geht somit als der erste fünfte Wechselspieler in Österreichs Fußballgeschichte ein.

Mählich erkannte die Niederlage an: „Sie war in dieser Höhe verdient. Wir haben zwei vermeidbare Tore bekommen. Danach hat es begonnen, schwer zu werden.“

Fixplatz in der Europa-League

Welche Auswirkungen hat der Salzburger Cupsieg auf die Bundesliga-Meisterschaft? Werden die Bullen Erster oder Zweiter, dann hat der Tabellendritte sein Ticket für die Europa-League-Gruppenphase fix in der Tasche. Der Vierte spielt fix die Europa-League-Quali. Um den letzten Europa-League-Quali-Platz duelliert sich der Fünfte mit dem Siebenten bzw. Achten.