Österreich

Herzog baute über Hälfte der Mitarbeiter ab

11.01.2021 • 13:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In Graz-Puntigam war in den letzten Jahren in eine neue Unternehmenszentrale investiert worden
In Graz-Puntigam war in den letzten Jahren in eine neue Unternehmenszentrale investiert worden Jürgen Fuchs

Kerngeschäft des insolventen Familienunternehmens wird fortgeführt.

Mitte November 2020 hat der Grazer Traditionsbetrieb Herzog Kälte-Klima Anlagenbau Insolvenz angemeldet und befindet sich seither in einem Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. In der Pandemie war dem Unternehmen die starke Expansion in den vergangenen Jahren zum Verhängnis geworden – die Auftragslage verschlechterte sich rapide.

Zwei Monate später hat sich der Mitarbeiterstand in dem Unternehmen von zuletzt 103 auf nunmehr 46 mehr als halbiert, teilt der Kreditschutzverband 1870 (KSV) nach der ersten Tagsatzung am Landesgericht Graz mit. Der Unternehmensbereich Großkälteanlagen wurde demnach am Standort Wiener Neudorf und in der Grazer Zentrale geschlossen, außerdem die Bereiche Elektro- und Regeltechnik, Heizung und Sanitär sowie Rohr- und Anlagenbau in Graz und Linz. Im Bereich Kälte und Klima, der Kernkompetenz des Betriebes seit der Gründung im Jahr 1965, wird das Unternehmen fortgeführt.

Bisher seien von 328 Gläubigern Forderungen in der Höhe von rund 13,3 Millionen Euro angemeldet worden, 11,1 Millionen seien bisher anerkannt, so der KSV. Laut Sanierungsplan sollen die Gläubiger eine Quote von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren erhalten. Um dies finanzieren zu können, müssten einzelne Gläubiger wie die Bank und Leasinggesellschaften zurückstehen, andererseits die Gesellschafter Geld zuschießen und Investoren an Bord holen, so die Gläubigerschützer.