Österreich

Wirbel um FFP2-Maske am Skilift

21.12.2020 • 19:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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++ ARCHIVBILD ++ ++ THEMENBILD ++ CORONA / SKIFAHREN / WINTERTOURISMUS APA/BARBARA GINDL

Skigebiete wollen nicht aufsperren, sollte es FFP2-Maskenpflicht geben.

Die heiß und emotional geführte Debatte um die Skilift-Öffnung in Österreich geht in die nächste Runde. Beinahe im Stundentakt ändern sich derzeit die Vorgaben, unter welchen Bedingungen die Skigebiete ab Weihnachten aufsperren dürfen. Wie Montagmittag aus Verhandlerkreisen zu erfahren war, sollte – entgegen der Ankündigung von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler von Freitag – doch keine Pflicht zum Tragen von FFP2-Schutzmasken beim Liftfahren kommen.

FFP2 steht nun doch im Verordnungs-Entwurf

Kurze Zeit später dann der Rückzieher vom Rückzieher. Im Gesundheitsministerium hieß es, der Entwurf ist am Montag am frühen Nachmittag in einer Aussendung veröffentlicht worden. Darin ist die FFP2-Maskenpflicht sehr wohl angeführt.

Es heißt dazu wörtlich: „Seilbahnen öffnen am 24. 12. 2020 auch für Hobbysportler/innen unter den folgenden Voraussetzungen: Abstandspflicht und MNS-Pflicht, maximal 50-prozentige Auslastung von Gondeln und abdeckbaren Sesseln, außer die Benutzer/innen leben im gemeinsamen Haushalt. Darüber hinaus ist während der Beförderung und im Zugangsbereich eine FFP2-Maske oder eine äquivalente bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen.“ Außerdem müssen die Seilbahnbetreiber ein Präventionskonzept vorlegen.

Letztes Wort noch nicht gesprochen?

Das Problem an der Materie: Eigentlich sollen die Länder (koordiniert unter Vorsitz des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Haslauer) die Verordnung zur Skilift-Öffnung verfassen – die groben Richtlinien dafür werden aber vom Bund (siehe oben) vorgegeben.

Um 15 Uhr hieß es dann innerhalb der Branche, dass das letzte Wort zur FFP2-Pflicht wohl noch nicht gesprochen sei, zumal Haslauer Montagnachmittag zu Verhandlungen nach Wien gefahren sei.

Große Skigebiete legten sich quer

Übers Wochenende hatten vor allem im Westen Österreichs Betreiber großer Skigebiete angekündigt, im Falle einer FFP2-Pflicht ihre Skilifte über Weihnachten gar nicht anzuwerfen. Bei mehreren Tausend Gästen pro Tag sei eine Beschaffung solcher Masken im großen Stil in so kurzer Zeit nicht machbar, so ihr Einwand. Zudem lautete ihr Argument: „Wenn FFP2-Masken im Freiluftsport vorgeschrieben werden, warum dann nicht auch in öffentlichen Verkehrsmitteln?“

„Saisonstart wackelt“

Da die Liftbetreiber immer noch keine Verordnung schwarz auf weiß vorliegen haben, „wackelt der 24. Dezember für den Beginn des Betriebs wirklich“, sagte der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger, am Montagnachmittag zur APA.

Millionen Schlauchschals angeschafft

So hat etwa der Skiverbund „Amade“, zu der auch die Schladminger Vierberge-Skischaukel gehört, mehrere Millionen Schlauchschals angeschafft, die man gratis zu einer Tageskarte bekommt. Auch in vielen anderen Skigebieten soll es solche Schals, die man über die Nase ziehen kann, gratis zum Tagesticket geben.

Auch zahlreiche Kärntner und steirische Liftbetreiber hatten zu Wochenbeginn ihrem Ärger über die mögliche FFP2-Pflicht Luft gemacht.

Feuchtigkeit als Problem

Zudem meldeten sich Mediziner (etwa Miranda Suchomel vom Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie der Med Uni Wien) zu Wort, die darauf hinwiesen, dass Schutzmasken, wenn sie feucht werden (was beim Skifahren automatisch der Fall ist) ihre Wirkung verlieren.

Hütten zu, aber Feilschen um Take-away

Die Skihütten bleiben indes zu. Was im Gegenzug noch Gegenstand intensiver Verhandlungen ist: Ob es am Berg Take-away-Verpflegung geben kann. Die Tendenz der Landeshauptleute ging zuletzt gegen eine solche Möglichkeit.

Dem Vernehmen nach könnte der Kompromiss darauf hinauslaufen, dass Take-away auf allen Berghütten (also solchen, die mit dem Auto nicht über Gemeindestraßen erreichbar sind) nicht erlaubt ist, in allen anderen Gastro-Stätten (wie in Ganz Österreich im Zuge des Lockdowns) aber schon. Sprich: Berg nein, Tal ja.

„Wir müssen jeglichen Anschein eines Partygeschehens am Berg unbedingt verhindern“, hatte der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Freitag im ORF-Interview angekündigt. Haslauer ist als Vorsitzender der LH-Konferenz mit der Ausarbeitung der Ski-Verordnung für die Weihnachtsferien beauftragt worden – die anderen Bundesländer wollen sich daran halten.