Österreich

Bluttat in Zell am See

30.11.2020 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Sujetbild KLZ/Markus Traussnig

Polizei informierte fünf Monate nach der Tat über weitere Erkenntnisse.

Fast fünf Monate nach einer Schießerei in Zell am See, die ein 40-jähriger Wiener nur mit schwersten Verletzungen überlebte, hat die Polizei am Montagnachmittag weitere Erkenntnisse in dem Fall veröffentlicht. Der mutmaßliche Täter, ein 31-jähriger Niederländer, soll demnach mindestens acht Schüsse auf sein Opfer abgegeben haben. Danach dürfte er den Wiener im Kofferraum in ein Waldstück gefahren und dort über einen steilen Abhang gestoßen haben.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 8. Juli. Die beiden Männer waren gemeinsam im Auto des Wieners unterwegs, offenbar um einen Freund des Niederländers abzuholen. Aber schon nach wenigen hundert Metern dürften sich die beiden aus bisher nicht bekanntem Grund in die Haare geraten sein. Der Niederländer stieg dann aus, ging bis zum Fahrbahnrand und feuerte von dort mindestens sieben Schüsse auf den Wiener ab, der weiterhin hinter dem Lenkrad saß und inzwischen angefahren war. Nach wenigen Metern Fahrt stürzte sich das Opfer dann aus dem Wagen und blieb nahezu regungslos am Gehsteig liegen.

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Der Schütze ließ den Verletzten kurz zurück und lud in seiner nur wenige 100 Meter entfernten Wohnung die Faustfeuerwaffe mit mindestens sechs Patronen nach, so die Polizei. Dann kam er zum Tatort zurück, lud den 40-Jährigen in den Kofferraum des angeschossenen Wagens und gab mindestens einen weiteren Schuss auf ihn ab. Anschließend fuhr er einige Kilometer in einen Wald, wo er ihn über eine steile Böschung hinunterstieß.

Der Niederländer fuhr später in sein Appartement zurück, wo die Polizei bei ihm auftauchte, weil er seine Schlüsselkarte verloren hatte – offensichtlich beim Einladen des Wieners in den Kofferraum. Als die Beamten dann noch Munition in der Wohnung fanden, nahmen sie ihn vorläufig fest. Im Nahbereich der Unterkunft stießen sie auch auf das Auto des Wieners, in dem auf dem Beifahrersitz die Tatwaffe lag.

Da der Wiener trotz seiner Verletzungen noch einen Notruf absetzen und seine Koordinaten durchgeben konnte, fand ihn eine Polizeistreife in den frühen Morgenstunden mit schwersten Verletzungen in unwegsamem Gelände. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. „Das Opfer überlebte mit schwersten Verletzungen und wurde mittlerweile in häusliche Pflege entlassen“, hieß es in der heutigen Aussendung.

Der Niederländer wurde inzwischen in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert, will sich aber offenbar erst frühestens während der Gerichtsverhandlung zur Tat äußern. Die Polizei vermutet, dass er den Wiener töten und seinen Wagen an sich bringen habe wollen. Der 31-Jährige wurde wegen des Verdachtes des versuchten Mordes, schweren Raubes, Freiheitsentziehung und Aussetzung bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt.