Salzburger Festspiele starteten mit Jubel um den „Jedermann“

17.07.2021 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit einer Neuinszenierung des Traditionsstücks „Jedermann“, deren Premiere wetterbedingt statt am Domplatz im Großen Festspielhaus über die Bühne gehen musste, sind die Salzburger Festspiele am Samstagabend in ihre neue Ausgabe gestartet. Der per Durchsagen von Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser ausgesprochenen Empfehlung zum Masken-Tragen folgte nur eine Minderheit der Premierengäste. Dafür gab es am Ende viel Jubel um das neue Team.

Im neuen Duo mit Lars Eidinger als reicher Jedermann und Verena Altenberger als Buhlschaft hat Letztere nicht nur kostümmäßig die Hosen an. Die Kräfteverschiebung wird u.a. in der Übernahme von Textpassagen, im Spiel und in einem starken, wortlosen Abgang ausgedrückt. Eidinger stellt keinen reichen Prasser auf die Bühne, sondern einen verhaltenen, nachdenklichen Jedermann, der von allen alleine gelassen zu einem armseligen Tropf wird.

Michael Sturminger hat den Festspielklassiker von Hugo von Hofmannsthal in neuer Bühne als ein postmodernes Patchwork inszeniert, in dem manche Einfälle wie etwa ein Boxkampf mit dem Schuldknecht unpassend und aufgesetzt wirken. Aus den zahlreichen Neu- und Umbesetzungen stechen auch Mavie Hörbiger als Gott und Teufel und Edith Clever als eisiger, unerbittlicher Tod heraus. Die beiden wurden neben Eidinger und Altenberger mit dem meisten Applaus bedacht. Am Ende gab es noch Standing Ovations für alle.