Linzer Musiktheater eröffnet Opernspielzeit mit „La Bohème“

20.09.2021 • 10:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Linzer Musiktheater eröffnet Opernspielzeit mit "La Bohème"

Mit Giacomo Puccinis wohl populärster Oper „La Bohème“ eröffnet das Landestheater Linz am Samstag die neue Opern-Spielzeit. Die musikalische Leitung hat Opern- und Orchesterchef Markus Poschner inne, für die Inszenierung sprang kurzfristig der international erfolgreiche Schauspiel- und Opernregisseur Georg Schmiedleitner ein, es ist seine erste Oper am heimischen Musiktheater. Regisseur und Dirigent stellten die Produktion am Montag in einem Pressegespräch vor.

Puccinis Geschichte von der Liebe der kranken Mimi und des erfolglosen Dichters Rodolfo ist für den Linzer Schmiedleitner zwar eine Geschichte des Verliebens, der Trennung und des Todes, es ist aber auch ein Bild von Liebe heute, von einem Leben aneinander vorbei. Es sei für ihn, so der Regisseur, „ein Sprung ins kalte Wasser“, er habe sich schnell einarbeiten müssen. Die bereits vorgegebene Bühne und die Kostüme kämen ihm aber entgegen. Er verspricht eine spannende Inszenierung, in der die Sänger auch schauspielerisch gefordert werden. Schmiedleitners Mimi ist nicht von Krankheit gezeichnet. Sie weiß, was sie will und ist auch eine Frau, die weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben habe.

Jeder Dirigent, so Markus Poschner, zücke zunächst vor Puccinis Partitur zusammen. Kein Opernhaus und die größten Sänger können auf „La Boheme“ verzichten. Er wolle, so Poschner, „wie eine Neuentdeckung mit der Oper umgehen“. Er habe sich in der Vorbereitung viel Zeit dafür genommen. „Bei ‚La Boheme‘ kann ein einzelner Ton alles bedeuten“. Die Oper sei ein „zeitloses Werk über das Nicht-lieben-können“, so Poschner. Der Regisseur ergänzend: „Jeder weiß heute in der Pandemie, was eine schwere Krankheit bedeutet, sie ist eine Realität im Leben“.

Ensemblemitglied Erica Eloff (zuletzt am Haus als Leonore in „Fidelio“) singt die Partie der Mimi, als Gast singt Rodrigo Porras Garulo – ein Mexikaner mit Engagements in aller Welt – den Rodolfo. Die Musetta ist Publikumsliebling Ilona Revolskaya anvertraut. Als zweiter Gast im sonst aus dem Ensemble besetzten Partien wirkt der gebürtige Oberösterreicher Reinhard Mayr in der Produktion mit. Die „zeitlos“ gestaltete Bühne stammt von Sabine Mäder. Die Kostüme entwarf Martina Lebert.

Es spielt das Bruckner Orchester Linz, Chor- Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz werden auch darstellerisch die große Bühne beleben. Die Intendanz rechnet mit etwa 20 Vorstellungen der beliebten Oper. Taschentücher empfehlen sich für das Finale.