Evergrande-Auslandsgläubiger befürchten Zahlungsausfälle

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Die Nervosität bei Anleihegläubigern des wankenden Immobilienunternehmens China Evergrande wächst. Vor allem ausländische Geldgeber sehen ihre Felle davonschwimmen und bereiten sich auf unmittelbar bevorstehende Zahlungsausfälle vor. Eine Gruppe von Gläubigern hat sich deshalb die Investmentbank Moelis & Co als Berater an ihre Seite geholt.

Inhaber von Offshore-Anleihen wollten „konstruktiv“ mit dem Unternehmen in Kontakt treten, seien aber besorgt über den Mangel an Informationen von dem Immobilienentwickler, sagte Bert Grisel, geschäftsführender Manager bei Moelis, am Freitag. „Wir alle sind der Meinung, dass ein bevorstehender Zahlungsausfall bei den Offshore-Anleihen eintritt oder in kurzer Zeit eintreten wird“, sagte Grisel bei einer Telefonkonferenz mit Evergrande-Gläubigern.

Es habe bisher keinen „sinnvollen Dialog mit dem Unternehmen oder die Bereitstellung von Informationen“ gegeben. Für ein ungutes Gefühl sorgt vor allem das kommentarlose Verstreichen der Zahlungsfristen von Anleihen in Dollar, während chinesischen Gläubigern Vorrang eingeräumt wird. Evergrande wollte sich auf Anfrage von Reuters nicht dazu äußern.

Die Gläubiger verlangten auch mehr Einblicke in die Pläne des Unternehmens, sich mittels Anteilsverkäufen finanziell mehr Luft zu verschaffen und wie mögliche Erlöse genutzt werden könnten, hieß es vonseiten der Finanzberater.

Evergrande-Aktien sind seit Montag in Erwartung eines möglichen Anteilsverkaufs vom Handel an der Hongkonger Börse ausgesetzt. Der Konzern hat Schulden von mehr als 300 Mrd. Dollar (rund 260 Mrd. Euro) – in der kommenden Woche werden fast 150 Millionen an Auslandsverschuldungen fällig. Für die Ende September fällig gewordenen Zinsen hat Evergrande eine Nachreichfrist von 30 Tagen laufen.