Arbeitskosten in Österreich im oberen Drittel der EU

/ 3 Minuten Lesezeit

Die Arbeitskosten je Stunde liegen in Österreich über dem Durchschnitt der Eurozone bzw. der EU. Von 2000 bis 2010 stiegen sie kontinuierlich und liegen seither über dem EU-Schnitt. Zugleich erhöhte sich die Produktivität je Arbeitsstunde überdurchschnittlich, in 20 Jahren um fast ein Viertel. Daher legten die Lohnstückkosten, also die Kosten je produzierter Einheit, nur durchschnittlich zu.

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft könne nur auf Basis der Entwicklung der Lohnstückkosten, dem Verhältnis von Arbeitskosten zu Arbeitsproduktivität, gemessen werden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht über Arbeits- und Lohnstückkosten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), das zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehört.

Die Arbeitskosten je Stunde liegen in Österreichs Privatwirtschaft bei 35 Euro und damit deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums (31,3 Euro) oder der EU (27,8 Euro). Etwas höher sind sie in Deutschland und Frankreich, am höchsten in Dänemark mit 46 Euro. Am unteren Ende liegen Bulgarien und Rumänien mit sechs bis sieben Euro, aber auch in Österreichs Nachbarländern Ungarn, Slowakei und Tschechien betragen die Kosten je Stunde nur in etwa ein Drittel der österreichischen.

Auffällig ist, dass in Österreich die Kosten pro Stunde im Dienstleistungssektor mit 33,4 Euro um fast 15 Prozent niedriger liegen als im verarbeitenden Gewerbe (38,5 Euro). Der Unterschied ist seit 2012 gestiegen und nur in Deutschland größer. In der Mehrheit der EU-Staaten sind hingegen die Arbeitskosten im privaten Dienstleistungssektor höher als im verarbeitenden Gewerbe.

Auffällig ist auch, dass zwar die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich seit der Finanzkrise 2008/09 überdurchschnittlich gestiegen ist, die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden legte hingegen nur durchschnittlich zu.