Aktienmärkte haben einigen Rückenwind

19.07.2021 • 14:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Aktienmärkte erhalten weiterhin Rückenwind durch die rasche Erholung der Wirtschaft, durch die Fiskalpolitik der Staaten und durch die Geldpolitik der Notenbanken. Unter Berücksichtigung des niedrigen Zinsniveaus sei die Bewertung an den Aktienmärkten „attraktiv“, obwohl sie sich absolut betrachtet bereits am oberen Ende der historischen Bandbreite bewege, erklärten Fachleute der Erste Asset Management am Montag.

Zudem würden die Analysten für weltweite Aktien ein kräftiges Gewinnwachstum in den nächsten Jahren erwarten – für 2021 liege die Prognose bei 46 Prozent. Neben dem positiven Rückenwind vom Wirtschaftszyklus gebe die Markttechnik derzeit Kaufsignale für riskantere Veranlagungen. Positiv gestimmt seien die hauseigenen Indikatoren derzeit für Aktien, Hochzinsanleihen und Schwellenländer-Anleihen, hieß es. Im ersten Halbjahr legten die Aktienmärkte ohne Währungseffekte weltweit um fast 14 Prozent zu, unterstützt durch die noch nicht ganz abgeschlossene rasche Erholung der Wirtschaft.

Die Öffnung der Wirtschaft nach dem Lockdown habe vor allem zyklischen Aktien wie Energie- und Finanzwerten einen Schub verliehen. Der Rentenmarkt in den USA und Europa sei vom Anstieg des Zinsniveaus geprägt gewesen, der sich auf den Kursverlauf der 10-jährigen Staatsanleihen auswirkte. Der Anstieg der Renditen lasse sich mit der höheren Inflation erklären, die aber nur vorübergehend sei. Der Preisdruck sei vor allem den höheren Energie-, Nahrungsmittel- und Rohstoffpreisen sowie einer geringeren Produktionslücke geschuldet und werde in den nächsten Jahren wieder sinken.

Was die Zinspolitik betrifft, werde der Geldhahn der Zentralbanken weit geöffnet bleiben. Allerdings würden manche Zentralbanken, allen voran die US-Fed, „leise“ vorsichtige Exit-Strategien überlegen. Ein Zurückfahren der Ankaufprogramme in den USA bei beträchtlichen Fortschritten hinsichtlich Arbeitsmarkt und Inflation werde wahrscheinlicher. Ankündigungen diesbezüglich könnten im Sommer oder im Herbst erfolgen. Was erste Leitzinsanhebungen angeht, habe sich in der letzten Zeit in den USA „etwas getan“, die Erwartungen der Fed-Mitglieder seien etwas gestiegen. In Europa werde es noch einige Zeit dauern, hier erwarte man sowohl für 2022 als auch 2023 keine Anhebungen.