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Starthilfe für Kleinprojekte

15.06.2020 • 16:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Projekt LändleNuss ist bereits in der Umsetzungsphase. <span class="copyright">VLK</span>
Projekt LändleNuss ist bereits in der Umsetzungsphase. VLK

Förderung, um Wertschöpfung und Selbstversorgung zu forcieren.

Unter dem Titel „Landwirt.schafft.Neues“ sind Vorarlbergs Landwirte ab sofort eingeladen, ihren Innovationsgeist unter Beweis zu stellen. Gefragt sind landwirtschaftliche Kleinprojekte, die auf regionale Wertschöpfung, Selbstversorgung sowie sogenannte „Nischenprodukte“ zielen. Dafür stellt das Land ab heuer jährlich 60.000 Euro zur Verfügung. Erste Vorhaben sind bereits in der Umsetzungsphase und wurden am Montag von Landesrat Christian Gantner sowie den Initiatoren in Hard vorgestellt.

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„Die Corona-Krise hat die Bedeutung einer intakten Landwirtschaft für die regionale Selbstversorgung aufgezeigt“, sagte Gantner. Umso wichtiger sei es, neben der Wertschätzung und der Wertschöpfung aus hochwertigen und gesunden heimischen Produkten auch neue Ideen zu verfolgen und zu unterstützen. „In vielen Bereichen ist die Landwirtschaft gut aufgestellt und bringt Genussvielfalt auf den Teller. Mit ‚Landwirt.schafft.Neues‘ wollen wir ermutigen, mit Ideen ins ‚Tun‘ zu kommen“, erläuterte Gantner.

Fachgremium

Ein Fachgremium – bestehend aus Mitgliedern der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum des Landes und weitere Experten – analysiert jedes Halbjahr eingereichte Projekte und trifft die Auswahl. Die Abwicklung erfolge unkompliziert. Voraussetzungen sind der Innovationsgrad, die Umwelt- und Ressourcenschonung, eine höhere Wertschöpfung am Betrieb, das Vermarktungspotential, der Bezug zur Region sowie die Vernetzung und Partnerschaft mit landwirtschaftlichen Betrieben.

„Fairkocht – Geschichten im Glas“ vom Bregenzerwälder Wolfgang Mätzler.VLK
„Fairkocht – Geschichten im Glas“ vom Bregenzerwälder Wolfgang Mätzler.VLK

Erste Projekte auf Schiene

Die ersten fünf Projekte wurden bereits ausgewählt. Dazu zählt „Fairkocht – Geschichten im Glas“ des Bregenzerwälders Wolfgang Mätzler. Er verarbeitet und bringt Vorarlberger Kalbfleisch als natürliches Fertiggericht – etwa als Kalbssugo, Kalbsgulalsch oder Kalbsbeuschel – ins Glas. Der Name ist dabei Programm, „Fairkocht“ steht für Fairness, kontrollierte Standards und reine Naturprodukte. Mätzler steht in direktem Kontakt mit Metzger- und Gastronomiebetrieben aus der Region und sieht sich als Kettenglied zwischen den Landwirten, dem Metzger und den Endverbrauchern.

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Ein weiteres Vorhaben des Projektes ist es, in Kochshows, Workshops oder in enger Zusammenarbeit mit Gastronomie und Hotellerie das Produkt Kalb der Allgemeinheit aber auch (angehenden) Köchen näher zu bringen.

Die Walnusbäume stehen in Hard und Langenegg. <span class="copyright">VLK</span>
Die Walnusbäume stehen in Hard und Langenegg. VLK

Rückkehr der Walnuss

Ebenso unterstützt wird das Projekt „LändleNuss“ von Mathias Becvar und Partick Domig. Sie bauen in Hard und Langenegg Nussbäume an, um einen Beitrag zur Kulturlandschaft der Streuobstwiesen, aber auch zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels zu leisten. Vor rund 80 Jahren gab es in Vorarlberg noch geschätzt 8000 in der Landwirtschaft genutzte Walnussbäume, heute sind es rund 1500. Nüsse werden zum Großteil importiert.

Ziel der „LändleNuss“-Initiatoren ist es, durch den Anbau im Land lange Transportwege zu vermeiden und so wieder eine nachhaltige Produktion in der Region entstehen zu lassen. Derzeit sind 160 Walnussbäume auf zwei Standorten angepflanzt. Zukünftig sind noch weitere Walnussbäume an verschiedenen Standorten geplant.

Aufruf zur Einreichung von Projekten ist jeweils bis 31. Mai und bis 31. Oktober

– Zuschuss von 30 Prozent zu plausiblen Kosten von max. 20.000 Euro

– Einreichung des Vorhabens bei der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum

– Auszahlung des Förderbetrags nach Erreichung der angestrebten Ergebnisse

Ansprechperson

Martin Klabacher

Telefon: 05574 511 25143

E-Mail: martin.klabacher@vorarlberg