Kultur

Neue Veranstaltung mit dem Literaricum Lech

31.03.2021 • 18:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Raoul Schrott ist einer der Ideengeber für das Literaricum Lech. <span class="copyright">Peter Hassiepen</span>
Raoul Schrott ist einer der Ideengeber für das Literaricum Lech. Peter Hassiepen

Das neue Literaricum Lech soll im Juli Premiere feiern.

Nachdem sich das Philosophicum Lech nach mittlerweile knapp 25 Jahren zu einer Traditions-Kulturveranstaltung etabliert hat, gibt es dieses Jahr ein neues Format am Arlberg: das Literaricum Lech. Vom 8. bis 10. Juli soll die erste Ausgabe dieses Gipfeltreffens der Literatur stattfinden. Die schweizerisch-deutsche Kulturjournalistin Nicola Steiner zeichnet sich für das Konzept und die Organisation verantwortlich. Beratend zur Seite stehen ihr der Schriftsteller und Mitinitiator des Philosophicums Michael Köhlmeier, sowie der im Bregenzerwald lebende Literat und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott. Beide haben die Idee dazu entwickelt.

Weltliteratur

„Im Zentrum steht jeweils ein Klassiker der Weltliteratur – eine Literatur, die sich vom literarischen Tagesgeschehen und den üblichen Formen der Belletristik abgehoben und den gnadenlosesten Kritiker – die Zeit – überzeugt hat, um uns nun ‚ewige Werte, allgemeine Wahrheiten und zeitlose Erkenntnis‘ vor Augen zu führen“, erklärt Steiner in einer Aussendung. Zum Auftakt wurde der Abenteuer- und Schelmenroman „Simplicius Simplicissimus“ aus dem 17. Jahrhundert von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ausgewählt. Die Thematik soll den Vortragenden jedoch nicht aufgedrängt werden, das Literaricum soll die Breite und Vielfalt von Literatur abbilden.

Übersetzung

Der österreichische Bestsellerautor Daniel Kehlmann wird die Eröffnungsrede mit dem Titel „Teutsche Sorgen oder Die Entdeckung der Stimme“ halten. In seinem 2017 erschienenen Roman „Tyll“ versetzt er die Hauptfigur in den Dreißigjährigen Krieg. Tyll durchläuft – ähnlich wie einst der einfältige Simplicius – die unterschiedlichsten Stationen und schlüpft in diverse Rollen. Am zweiten Tag diskutieren der Schweizer Literaturwissenschaftler Thomas Strässle und der deutsche Schriftsteller Reinhard Kaiser mit Katharina Teutsch über die Frage „Wie aktuell ist der ‚Simplicius‘?“. Über „Die Übersetzung des Simplicius vom Teutschen ins Deutsche“ wird im Anschluss verhandelt, wenn Kaiser mit Schrott über die Tücken einer solch komplexen Übersetzung spricht.

Auch die Kriegsberichterstattung wird Thema sein. Um „Kriegsreportage. Der Fiktion die Wirklichkeit entgegensetzen“ geht es in einem Gespräch von Schrott mit dem Journalisten und erfahrenen Kriegsberichterstatter Wolfgang Bauer, der von seinen Erlebnissen berichten wird.

Literaricum Lech

Von 8. bis 10. Juli an verschiedenen Orten in Lech. Infos und Tickets gibt es unter www.lechzuers.com/de/kultur-und-lifestyle/events-und-veranstaltungen/literaricum-lech.

Am 10. Juli hält Schrott einen Vortrag über „Die Erfindung der Poesie – die Sumerer und das Gilgamesch-Epos“. Der Lyriker geht darin den Anfängen der verschriftlichten Literatur nach. Die Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe wird das erste Literaricum beschließen. Mit Steiner wird sie sich „über kindliche Neugier und Narrentum“ unterhalten.