Kultur

Verstrickt im Familiengeflecht

19.01.2021 • 17:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Katharina Bach in "Gespenster – Erika, Klaus und der Zauberer". <span class="copyright">Heinz Holzmann</span>
Katharina Bach in "Gespenster – Erika, Klaus und der Zauberer". Heinz Holzmann

Ein Projekt von Raum + Zeit ist als Online-Premiere zu sehen.

Wer sich an die zwei Produktionen erinnert, die das Künstlerkollektiv Raum + Zeit auf Einladung des Vorarlberger Landestheaters in Bregenz realisiert hat, der fühlt sich wohl in eine andere Welt versetzt: Sowohl das Theaterprojekt „Diorama Bregenz :: Der letzte Mensch“ als auch „Antigone :: Comeback“ (beide 2019) waren geprägt von einem besonderen körperlichen Naheverhältnis von Schauspieler und Zuschauer. Auch das Team von Raum + Zeit stellte sich nun auf die Corona-Situation ein: Das Stück „Gespenster. Erika, Klaus und der Zauberer“ wird vorerst in einer Livestream-Premiere als „filmisches Experiment“ an den Münchner Kammerspielen Premiere feiern. Eine spätere analoge Premiere in veränderter Form ist geplant.

Biografischer Stoff

In „Gespenster“ widmet sich die Truppe unter der Regie von Bernhard Mikeska erneut einem biografischen Stoff. Erlebnisse der legendä­ren Familie Mann werden hier aus der Perspektive von Erika Mann verdichtet, der Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. Die Schauspielerin, Kabarettistin und Schriftstellerin hinterließ selbst ein umfangreiches und eigenständiges Werk, andererseits war ihr Leben geprägt vom Familiengeflecht: Als Sekretärin und spätere Nachlassverwalterin kümmerte sie sich um das Werk des Übervaters, in dessen Schatten sie stand. Ihr todessehnsüchtiger Bruder Klaus Mann nahm sich 1949 in Cannes das Leben. Diese und weitere Ereignisse werden in „Gespenster“ miteinander verbunden.

„Gespenster. Erika, Klaus und der Zauberer“. Livestream-Premiere heute, Mittwoch, 20 Uhr. Infos und Tickets: www.muenchner-kammerspiele.de.

Es spielen Bernardo Arias Porras, Katharina Bach, Svetlana Belesova und Jochen Noch. Die filmische Version bietet zwei verschiedene Erzähl-Reihenfolgen an. Es folgt ein „Labyrinth aus sich wandelnden Perspektiven, Spiegelungen und Raumkonstellationen“, heißt es in der Ankündigung.