International

Saubere Umwelt wird zum Menschenrecht

11.10.2021 • 15:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Menschenrechtsrat nahm Resolution mit großer Mehrheit an, der Sonderberichterstatter spricht von einem historischem Durchbruch.
Der Menschenrechtsrat nahm Resolution mit großer Mehrheit an, der Sonderberichterstatter spricht von einem historischem Durchbruch. (c) AFP (CHANDAN KHANNA)

Die Entscheidung soll zu strengeren Umweltgesetzen führen.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNO) hat erstmals anerkannt, dass Menschen überall auf der Welt das Recht auf ein Leben in einer sauberen und gesunden Umwelt haben. Eine entsprechende Resolution wurde mit 43 von 47 Stimmen angenommen, auch Österreich stimmte dafür. Der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Umwelt, David Boyd, sprach von einem historischen Durchbruch. „Das hat ein lebensveränderndes Potenzial in einer Welt, in der die globale Klimakrise jedes Jahr Millionen Todesfälle verursacht.“ Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass fast 14 Millionen Todesfälle pro Jahr – ein Viertel der weltweiten Gesamtbevölkerung – auf Umweltbelastungen zurückzuführen sind.

Keine großen Hoffnungen auf wichtige Veränderung durch die Resolution macht sich die Anwältin und Menschenrechtsexpertin Michaela Krömer. Einerseits sei es gut, dass dies auf internationaler Ebene nun sichergestellt wurde, andererseits sei es bezeichnend, dass dieser „historische Durchbruch“ erst 2021 passiere. „Die Entscheidung kommt zu spät, denn letztlich sind es nur Standards, die ihre Schlagkraft erst später entwickeln. Es kann ein weiteres Argument für AktivistInnen sein, aber ich glaube nicht, dass einzelne Staaten dadurch etwas ändern.“