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Entführungsfall: Prozess in Israel

20.09.2021 • 10:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Familienstreit um Eitan, dem Überlebenden der Seilbahn-Katastrophe.

Im mutmaßlichen Entführungsfall um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden der Seilbahn-Katastrophe vom Lago Maggiore, will die Tante den Sechsjährigen persönlich wieder zurück nach Italien bringen. Sie werde sich an einer am kommenden Donnerstag (23. September) geplanten Gerichtsverhandlung vor einem Familiengericht in Tel Aviv beteiligen, bei der über Eitans Zukunft beraten wird.

Die Tante forderte laut italienischen Medien bei der Staatsanwaltschaft von Tel Aviv, nach dem Haager Entführungsübereinkommen von 1980 das Kind zurückzuerhalten, für das sie von den italienischen Justizbehörden das Fürsorgerecht zugesprochen bekommen hatte. Das in Italien geborene Kind war vom Großvater mütterlicherseits nach Israel gebracht worden. Die Tante verlangte, von der israelischen Justiz befragt zu werden. Sie will bei der Gerichtsverhandlung am Donnerstag anwesend sein, berichteten Medien.

Die Tante, Aya Biran-Nirko, war am Sonntag nach Tel Aviv geflogen, wie ihr Ehemann gegenüber Journalisten sagte. Ein Sprecher der Familie erläuterte, dass die Frau von Diplomaten begleitet worden sei und zunächst in Corona-Quarantäne müsse. Das Ziel sei, Eitan „auf friedlichem Weg“ und so schnell wie möglich nach Hause zu bringen, hieß es dazu.

Die italienische Justiz hatte Untersuchungen gegen die Großeltern des Sechsjährigen aufgenommen, nachdem der Bub Anfang September von der Familie mütterlicherseits von Italien nach Israel gebracht worden war. Der Vorwurf lautet auf Kindesentführung.

Der Bub hatte beim Absturz einer Seilbahn-Gondel am 23. Mai seine Eltern und seinen Bruder verloren. Insgesamt kamen bei dem Unfall im Piemont 14 Menschen ums Leben. Ein Gericht ernannte daraufhin die in Pavia in der Region Lombardei lebende Schwester des Vaters zum Vormund. Der Familienstreit um das Kind sorgt in Italien für großes mediales Interesse.

Die Tante behauptet, das Kind sei vom Großvater einer „Gehirnwäsche“ unterzogen worden. Der Großvater bestritt in TV-Interviews, dass er das Kind entführt hatte, weil er das Geld kassieren wolle, das der Bub als Entschädigung infolge des Seilbahnunglücks erhalten soll.