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Die Welt verbessern beim Eisschlecken

08.06.2021 • 10:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Welt verbessern beim Eisschlecken

Die Eismarken laden ihre Produkte mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf.

Ehe für alle, Umweltschutz, Tierschutz, Flüchtlingspolitik, Nachhaltigkeit, Frieden. Diese Themen sind Teil des Engagements nicht etwa eines Sozialunternehmens, sondern eines Speiseeis-Produzenten: „Mit jedem Löffel die Welt zum Besseren verändern“ lautet das Motto von Ben & Jerry’s. Die US-Marke, die seit 2000 zum Unilever-Konzern gehört und seit 2009 in Österreich am Markt ist, steht damit beispielhaft für einen Umbruch am Speiseeismarkt.

Die Welt verbessern beim Eisschlecken
Kultmarke Ben & Jerry’sKleine Zeitung

Eisschlecken wird aufgeladen mit den „neuen“ Werten Qualität, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Sie sind die Treiber, die den Eismarkt im Lebensmittelhandel wachsen lassen: 2020 legte er in Österreich laut AC Nielsen um knapp 14 Prozent zu. Das entspricht einem Marktvolumen von 225 Millionen Euro. Nicht eingeschlossen die privaten Eisdielen, inklusive derer der Markt wohl dreistellig ist.

Die Welt verbessern beim Eisschlecken
Gunnar Widhalm (Unilever)Kleine Zeitung

Die Geschichte von Ben & Jerry’s

Die Freunde Ben Cohen und Jerry Greenfield hatten in einem 5-Dollar Fernkurs der Penn State Uni gelernt, wie man Eis herstellt. Mit einer Investition von 12.000 Dollar starteten sid im Jahr 1978 mit der Eisproduktion in einer umgebauten Tankstelle in Burlington im US-Bundessstaat Vermont.

Im August 2000 wird Ben & Jerry’s zur 100-Prozent-Tochter des britisch-niederländischen Unilever-Konzerns. Seit 2009 ist das Eis auch in Österreich erhältlich.

Die Hauptproduktion befindet sich in Waterbury in Vermont. Das europäische Sortiment wird in Hellendoorn in den Niederlanden hergestellt.

Ohne schlechtes Gewissen

Ein Großteil des Wachstums beruht darauf, dass Marken gesündere oder vegane Optionen ausbauen. „Konsumenten entdecken, dass Eis eine Möglichkeit ist, sich zu verwöhnen, ohne sich schuldig zu fühlen“, sagt Cecile Gauriau vom Eishersteller Chaucer Food. Das funktioniert: Immerhin werden rund 60 Prozent der Kaufentscheidungen von Speiseeis im Lebensmittelhandel spontan und unmittelbar vor dem Regal getroffen.

Kakao und Vanille aus zertifizierem Anbau

Ben & Jerry’s, dessen Becher nur noch maximal fünf Prozent Plastik enthalten und im Altpapier recycelt werden können, legte im Vorjahr in Österreich laut Widhalm um 40 Prozent zu. Veganes Speiseeis, das freilich so schmecken soll wie eines aus Milch, macht einen wachsenden Anteil an den weltweiten Markteinführungen aus. Das vegane Magnum-Eis machte in Österreich 2020 gegenüber 2019 ein Plus von 200 Prozent. Der Kakao für die Magnum-Schokolade sowie Vanillearoma und -extrakt stammen ausschließlich aus Rainforest-Alliance-zertifiziertem Anbau.

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Die Magnum-Eisstiele sind aus nachhaltiger Forstwirtschaft.Kleine Zeitung

Alle für Magnum verwendeten Eisstiele sind aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Gemäß dem Motto „Jeder Tag ohne Genuss ist ein verlorener Tag“ lädt die Premium-Marke an diesem Donnerstag, den 10. Juni, zu einem virtuellen Konzert von Miley Cyrus. Und benennt auch gleich eine Kampagne mit ihr: „Miley in Layers“. Der englische Begriff für Schichten soll auf die Vielschichtigkeit von Genuss hindeuten.

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Die neue Marke Likkies wird laut Hersteller ohne chemische Verarbeitung hergestelltKleine Zeitung

Mit der Marke Likkies führte Unilever das erste Eis am Stiel aus 100 Prozent natürlichen Zutaten und „ohne chemische Verarbeitung“ ein, das außerdem mit 100 Prozent Ökostrom hergestellt werde.
Die Sorte Solero schlägt einen Weg in Richtung Bio ein. Becher und Deckel von Cremissimo-Verpackungen sind zu 100 Prozent recyclebar.

Kritik von Umweltschützern und Bauernbund

Klingt das alles zu gut, um wahr zu sein? Gegen Ben & Jerry’s soll 2019 Klage eingereicht worden sein – von einem Umweltaktivisten. Und dem Österreichishen Bauernbund stößt es sauer auf, dass fürs Eis immer öfter Kokosfett statt Milch verwendet wird. Das ist zwar vegan, hat allerdings viel CO2 im Gepäck.

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Die neue Marke Likkies wird laut Hersteller ohne chemische Verarbeitung hergestelltKleine Zeitung