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95 Instrumente sollten illegal nach Österreich

29.05.2021 • 13:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Carabinieri haben beim Grenzübergang in Tarvis drei Lieferwagen mit 95 antiken Streichinstrumenten von unermesslichem Wert an Bord konfisziert
Die Carabinieri haben beim Grenzübergang in Tarvis drei Lieferwagen mit 95 antiken Streichinstrumenten von unermesslichem Wert an Bord konfisziert Nucleo dei Carabinieri per la Tutela del Patrimonio Culturale di Bologna

Die Sammlung stand im Besitz des verstorbenen Künstlers José Vazquez.

Die Carabinieri haben beim Grenzübergang in Tarvis drei Lieferwagen mit 95 antiken Streichinstrumenten von unermesslichem Wert an Bord konfisziert. Sie sind Teil der größten Sammlung dieser Art weltweit, die im Besitz des verstorbenen kubanischen Künstlers José Vazquez stand. Zwei US-Bürger, Vazquez´ Bruder und dessen Ehefrau, die die Streichinstrumente illegal nach Österreich einführen wollten, wurden angezeigt.

Beschlagnahmt

Die Carabinieri in Tarvis berichteten, dass die Beschlagnahme nach Ermittlungen im Einklang mit den Sicherheitskräften aus Bologna erfolgt sei. Die Streichinstrumente befanden sich zusammen mit Gemälden, Partituren und anderen Gegenständen von hohem künstlerischem Wert in drei Lieferwagen eingepfercht. Die US-Bürger hatten keine Genehmigung seitens des Kulturministeriums in Rom zur Ausfuhr der Instrumente.

95 Instrumente sollten illegal nach Österreich
Sie sind Teil der größten Sammlung dieser Art weltweit, die im Besitz des verstorbenen kubanischen Künstlers José Vazquez standSonstiges

Illegaler Export

Die Lieferwagen waren von Bologna abgefahren und wurden auf der Autobahn A23 angehalten. An Bord befanden sich vier Personen. Die beiden US-Bürger wurden von der Staatsanwaltschaft Udine wegen versuchtem illegalem Export von Kulturgütern angezeigt. Konfisziert wurden Bratschen, Geigen, Cellos und andere Streichinstrumente aus der Zeit zwischen 1550 und 1780. An Bord wurden insgesamt 150 Gegenstände entdeckt, darunter eine antike chinesische Vase, vier Partituren und ein Ölgemälde mit Szenen von Musikanten aus dem 17. Jahrhundert.

Kubanischer Künstler José Vazquez

Die beschlagnahmte Sammlung stand im Besitz des kubanischen Künstlers José Vazquez, der als Virtuose auf dem Gebiet der „Alten Musik“ galt. Ab 1982 unterrichtete er als Professor für Viola da Gamba an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. In seiner Karriere hatte er mit Künstlern wie Riccardo Chailly und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet.

Vazquez war im Alter von 70 Jahren im März am Coronavirus verstorben. Seit Jänner befand sich die Sammlung im Schloss Orsini-Odescalchi in Bracciano bei Rom, davor war sie im Museum San Colombano in Bologna und im Schloss von Duino in Triest ausgestellt.

Großes Aufsehen

In Italien erregt der vereitelte Schmuggelversuch großes Aufsehen, weil es sich um einen Kulturschatz ungeheurer Bedeutung handelt. Nach Angaben der aus Bologna zuschlagenden Carabinieri-Einheit zum Schutz staatlicher Kulturgüter handle es sich um die weltweit größte Sammlung historischer Instrumente der Epoche von 1500 bis 1780, das bedeutet aus der Blütezeit des Barock. Zwei der vier mit der unschätzbar wertvollen Lieferung in Tarvis festgehaltenen Personen wurden von der Staatsanwaltschaft Udine angezeigt.