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Tschechien und Co. lockern Maßnahmen

12.04.2021 • 16:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Serbien öffnet auch die Gastronomie
In Serbien öffnet auch die Gastronomie AP

In Serbien, Tschechien und der Slowakei treten Öffnungen in Kraft.

Nicht nur in England wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ab Montag weiter gelockert. Auch in Serbien, Slowenien und Tschechien fallen so manche Einschränkungen – obwohl die Fallzahlen nicht gerade sinken.

Trotz weit höherer Inzidenzzahlen als in Österreich (213, Stand 11.4) traten am Montag etwa im schwer von der dritten Welle gezeichneten Tschechien Lockerungen in Kraft. Seit heute fällt das Verbot, den eigenen Wohnbezirk zu verlassen, und die nächtliche Ausgangssperre. Die ersten Schüler kehren in die Schulen zurück. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen gelten aber vorerst weiter. Auch Restaurants und die meisten Geschäfte bleiben weiter zu und in der Öffentlichkeit muss man weiterhin einen Mund-Nasenschutz tragen.

Der landesweite Notstand war bereits am 5. Oktober in Kraft getreten und wurde seither mehrfach verlängert. Zuletzt lehnte aber das Parlament in Prag weitere Verlängerungen ab. Die Regierung des liberal-populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis wollte damit im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen die Mobilität einschränken und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Stark getroffenes Tschechien

Tschechien gehört seit mehreren Monaten zu den am meisten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas. Zuletzt gingen aber sowohl die Neuinfektionen als auch die Anzahl der in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Patienten zurück.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Sonntag bei 808,75 und damit noch immer mehr als doppelt so hoch als in Österreich. Die Zahl der in Verbindung mit Covid-19 Gestorbenen pro einer Million Einwohnern im selben Zeitraum war nach ECDC-Angaben mit 210,1 fast achtmal so hoch wie in Deutschland.

Auch Slowenien traut sich zu lockern

Auch Slowenien lockerte heute die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So fällt die Einschränkung, dass die Bürger ihre jeweilige Region nur mit Ausnahmeerlaubnis verlassen dürfen. Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr wird aufgehoben. Kindergärten und Volksschulen, Galerien und Museen öffnen wieder. Auch gewisse Geschäfte und Dienstleistungen wie Friseure und Kfz-Werkstätten stehen wieder zur Verfügung.

Das Infektionsgeschehen hat sich in Slowenien zuletzt zwar verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner gaben die Behörden am Samstag mit 301 an – das liegt immer noch über dem Schnitt der meisten europäischen Länder. In dem Land mit 2,1 Millionen Einwohnern können die Maßnahmen gegen die Pandemie in Abhängigkeit von der Zahl der Neuansteckungen pro Tag und den Neuzugängen in den Krankenhäusern verschärft oder gelockert werden.

Starker Zustrom in den Krankenhäusern in Serbien

In Serbien werden die Einkaufszentren am Montag wieder aufgesperrt. Gaststätten dürfen aber ihre Kundschaft weiterhin nur im Außenbereich bedienen. In dem Balkanland mit knapp sieben Millionen Einwohnern sind die Ansteckungszahlen zuletzt leicht gesunken. Zugleich stellen die Krankenhäuser immer noch einen starken Zustrom von Covid-19-Patienten fest.

In dem Sieben-Millionen-Einwohnerland sind bisher 2,88 Millionen Menschen geimpft worden. Nächste Woche werde die Marke von drei Millionen Impfungen erreicht werden. Einen vollständigen Impfschutz haben 1,17 Millionen Serben.