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Weitere Verdächtige nach Anschlag verhaftet

18.10.2020 • 10:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Emmanuel Macron vor der Schule in Conflans-Sainte-Honorine
Emmanuel Macron vor der Schule in Conflans-Sainte-Honorine AFP

Paris: Das Opfer soll Mohammed-Karikaturen gezeigt haben.

Nach der Enthauptung eines Lehrers nahe Paris hat die Polizei nach Angaben aus Justizkreisen in der Nacht zu Samstag fünf weitere Verdächtige in Gewahrsam genommen. Bei dem mutmaßlichen Täter, der von der Polizei angeschossen wurde und später starb, soll es sich nach Informationen aus denselben Kreisen um einen in Moskau geborenen 18-Jährigen tschetschenischer Herkunft handeln. Insgesamt befinden sich nun neun Menschen in Gewahrsam.

Unter den fünf in Gewahrsam Genommenen sind Eltern von Schülern der Schule, an der das Opfer arbeitete. Außerdem wurden Menschen aus dem nicht familiären Umfeld des mutmaßlichen Angreifers festgenommen.

Foto auf Twitter

Die Polizei untersuchte zudem nach eigenen Angaben einen Tweet beim Kurzbotschaftendienst Twitter, der ein Foto vom Kopf des Lehrers gezeigt haben soll. Der Tweet ist mittlerweile gesperrt. Es sei nicht geklärt, ob die Nachricht unter dem Foto, in der Präsident Macron als „Führer der Ungläubigen“ bedroht wird, vom Angreifer selbst verschickt wurde.

Lehrer soll Mohammed-Karikatur gezeigt haben

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge wegen „Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen“ und wegen einer „kriminellen terroristischen Vereinigung“.

„Sie werden uns nicht spalten“

Weitere Verdächtige nach Anschlag verhaftet
Staatschef Emmanuel Macron hielt eine Rede vor der Schule, an der der Lehrer unterrichtet hatteAPA

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sicherte in der Nacht auf Samstag Frankreich volle Solidarität zu. Er verurteile den „barbarischen islamistischen Terrorangriff“ aufs Schärfste, so Kurz auf Twitter. Sein aufrichtiges Beileid gelte den Angehörigen des Opfers. „Wir werden uns dadurch nicht einschüchtern lassen und unser europäisches Lebensmodell weiterhin verteidigen“, betonte der Bundeskanzler.

Messerangriff nach Mohammed-Karikatur

Bereits im September hatte es wegen der erneuten Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ einen Messerangriff mit zwei Verletzten in Paris gegeben. Bei dem geständigen Täter handelt es sich um einen 25-jährigen Pakistaner, der aus „Wut“ über die Darstellung des Propheten gehandelt haben will.