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Schweden bei Corona-Politik bestätigt

09.09.2020 • 10:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schweden bei Corona-Politik bestätigt

Quote Positiver-Tests ist auf niedrigstem Stand.

Schweden meldet einen Etappenerfolg in der Bewältigung der Corona-Pandemie: Die Quote der Positiv-Tests ist auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch des Virus gefallen. In der vergangenen Woche wurden die Tests nach offiziellen Angaben auf den Rekordwert von mehr als 120.000 hochgefahren. Nur 1,3 Prozent fielen positiv aus.

Im Frühjahr hatte das Niveau noch über Wochen um die 19 Prozent gelegen. Nach Ansicht mancher Experten zahlt sich nun die heimische Strategie aus, durch die sich die Ansteckungsrisiken mittlerweile verringert hätten.

Schweden fährt in der Corona-Krise einen eigenen Kurs, der auch im Ausland unter scharfer Beobachtung steht und mitunter heftige Kritik auslöst. Die Regierung hat auf einen Lockdown verzichtet und setzt stattdessen auf die Eigenverantwortung der Bürger sowie auf Abstandsregeln und ein gutes Hygieneverhalten. Die Idee dahinter ist, sich auf eine Verlangsamung der Virus-Ausbreitung zu konzentrieren, da sich der Krankheitserreger ohnehin nicht ausrotten lasse.

Der schwedische Weg

In Schweden sind bisher mehr als 5.800 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Pro-Kopf-Totenzahl liegt damit deutlich höher als in anderen nordeuropäischen Ländern. Sie ist zugleich aber niedriger als in Italien, Spanien und Großbritannien, wo es Lockdowns gab. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben das schwedische Modell als nachhaltig gelobt.

Der Chef der schwedischen Gesundheitsbehörde, Johan Carlson, sagte, die heimischen Richtlinien seien einfach zu verstehen und für einen längeren Zeitraum gedacht. Die Bevölkerung habe sie inzwischen verinnerlicht. Das Land hat nun die geringste Ausbreitungsrate in Skandinavien. In Spanien und Frankreich ziehen die Positiv-Tests wieder an, nachdem die dortigen Lockdown-Maßnahmen beendet wurden.