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Sorge um Mutation: Peking schottet sich ab

15.06.2020 • 12:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sorge um Mutation: Peking schottet sich ab
AFP

Wissenschaftler stellen anderen Typ Virus fest als jener, der um Globus ging.

Aus Sorge vor einer neuen Corona-Welle schotten Pekings Behörden die chinesische Hauptstadt zunehmend ab. Am Montag schlossen sie einen zweiten Großmarkt und stellten zehn weitere Wohngebiete in der Gegend unter Quarantäne, nachdem dort neue Fälle gemeldet wurden. Auch alle Veranstaltungsorte und Sportstätten wurden wieder geschlossen. Mehrere Städte warnten ihre Bewohner vor Reisen in die Hauptstadt.

Am Montag meldeten die Behörden 49 neue Infektionsfälle im ganzen Land, davon allein 36 in Peking. Mehrere der dortigen Fälle waren nach Angaben eines Vertreters der Stadtverwaltung auf einen Großhandelsmarkt im nordwestlichen Bezirk Haidian zurückzuführen. Deshalb sollen außer dem Markt nun auch alle nahegelegenen Schulen geschlossen sowie über zehn Viertel in der Gegend eine strikte Ausgangssperre verhängt werden.

Mutation

Der aktueller Erreger wurde inzwischen einer Sequenzierung unterzogen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass es sich um einen anderen Typ Virus handelt als jener, der sich rund um den Globus ausgebreitet hatte, so die englischsprachige chinesische Tageszeitung „Global Times“. Jetzt wird versucht, herauszufinden, welchen Ursprung diese Mutation genau hat.

Ausgangssperren in elf Wohngebieten

Am Samstag war in der chinesischen Hauptstadt bereits den Bewohnern von elf Wohngebieten im südlichen Bezirk Fengtai das Verlassen ihrer Wohnungen untersagt worden, nachdem sich dort das Coronavirus ausgebreitet hatte. Diese Fälle verfolgten die Behörden zu einem Großmarkt für Fleisch, Fisch, Früchte und Gemüse in Fengtai zurück, der ebenfalls geschlossen wurde. Von den Maßnahmen sind inzwischen tausende Einwohner der Hauptstadt betroffen.

Die Stadt begann unterdessen, alle Arbeiter der beiden Märkte, Besucher und Anrainer auf das neuartige Coronavirus zu testen. In der ganzen Stadt wurden neue Test- sowie Quarantänezentren eingerichtet. Gleichzeitig soll in den Wohngebieten wieder bei allen Bewohnern die Temperatur gemessen werden. Beamte des Bezirks Fentai hatten bereits am Wochenende eine Art Kriegszustand gegen das Coronavirus ausgerufen. Der Hauptmanager des dortigen Großmarkts wurde entlassen. Auch zwei ranghohe Bezirksvertreter mussten auf Anordnung der Pekinger Stadtregierung ihren Hut nehmen.

Regale leergeräumt

Die neuen Infektionsherde in Peking wirken sich inzwischen auch auf die Versorgung der Stadt mit frischen Lebensmitteln aus. In einem Supermarkt im Zentrum waren die Regale mit Früchten komplett leer geräumt – alles Obst aus dem Großmarkt in Fengtai war am Wochenende entfernt worden, den Rest kauften panische Kunden auf.