Besser leben

Auf kleineren Füßen in die Zukunft

06.09.2021 • 14:09 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auf kleineren Füßen in die Zukunft

Wir können vieles tun, um unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Unser Verhalten entspricht unseren Worten nicht immer, weil unser Tun nicht nur vom Verstand gesteuert wird. Beim Klimaschutz kommt hinzu, dass man schnell entmutigt ist, weil die Aufgabe so groß erscheint. „Da fragen sich viele: Was kann ich alleine schon ausrichten“, erklärt Psychologin Katja Corcoran von der Uni Graz. Um von Plänen zu Handlungen zu gelangen, sollte man sich zunächst fragen, warum man Ziele verfolgt. „Wenn ich von etwas überzeugt bin, handle ich eher danach“, erklärt Corcoran. Als Nächstes rät die Psychologin zu realistischer Zielsetzung. Es ist besser, kleinere Ziele zu haben und die auch zu erreichen. Auch sollte man sich positive Seiten bewusst machen. Radfahren ist etwa anstrengender als Autofahren, aber dafür macht man Sport. Zudem sollte man sich mit anderen zusammentun. Dinge alleine zu verändern, ist oft schwieriger.

Energie: Abschalten statt Stand-by-Modus

Im Haushalt gibt es für viele von uns noch Luft nach oben. Es beginnt bei der Wahl des Stromanbieters. Vieles hängt aber auch mit Gewohnheiten und Unachtsamkeiten zusammen. TV und Co. verbrauchen beispielsweise auch dann Strom, wenn sie im Stand-by-Modus sind. Hängen Sie einen Verteilerstecker mit Schalter dazwischen und schalten sie den Strom ganz ab. Bei fixen Gewohnheiten kann das auch eine Zeitschaltuhr erledigen. Reduzieren Sie Heizkosten, indem sie stoßlüften, anstatt länger zu kippen. Heizen Sie nur Räume, in denen Sie sich aufhalten. Entlüften Sie regelmäßig ihre Heizkörper. Nutzen Sie beim Wäschewaschen nach Möglichkeit niedrige Wassertemperaturen und verzichten Sie auf Trockner. Stellen Sie die Temperatur im Kühlschrank ein: sieben Grad reichen aus.

Welche Ideen und Projekte verfolgen Sie?

Immer mehr private oder öffentliche Initiativen und Ideen rund um den Klimaschutz treten in Erscheinung und immer mehr Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam gegen Klimaerhitzung und Emissionen anzugehen. Ein Beispiel ist die Aktion „Parks statt Parken“, die sich für Reduktion und Rückbau versiegelter Flächen einsetzt und fordert.

Internet: Streaming-Dienste und E-Mails

Das Internet respektive die Server verbrauchen sehr viel Energie. Vor allem Streaming-Dienste wie Netflix aber auch Spotify – also Audio-Stream – haben einen großen CO2-Abdruck. Achten Sie darauf, dass sie über LAN- oder WLAN-Verbindung mit dem Netz verbunden sind und reduzieren Sie bei kleineren Endgeräten wie Tablets die Auflösung. Das spart Ressourcen, fällt aber kaum auf. Übrigens: Auch Ihre E-Mails benötigen Speicherplatz. Löschen Sie also regelmäßig.

Wasser: Duschen und ein Becher

Der Klimawandel reduziert unsere Trinkwasserbestände sukzessiv. Der Wasserverbrauch in heimischen Haushalten lässt sich zum Glück leicht senken: Die Dusche ist der Badewanne vorzuziehen. Wenn Sie sich einseifen, drehen Sie das Wasser kurz ab und montieren Sie einen Sparduschkopf. Verwenden Sie beim Zähneputzen einen Becher, so verbrauchen Sie nur einen Bruchteil. Nutzen Sie Sparprogramme des Geschirrspülers oder – wenn Sie mit der Hand abwaschen – drehen Sie den Wasserhahn immer ab. Gießen Sie Ihre Pflanzen nach Möglichkeit mit Regenwasser. Auch eine Spartaste bei der Klospülung ist eine gute Idee.

Ernährung: Regional und saisonal

Vor allem Fleischerzeugung befeuert den Treibhausgas-Ausstoß massiv, benötigt enorme Mengen Wasser und verursacht großes Tierleid. Sie müssen deshalb nicht gleich vegan werden. Wie in den meisten Bereichen geht es auch hier um das rechte Maß. Essen Sie Fleisch an ausgesuchten Tagen, aber gönnen Sie sich dafür gute Qualität aus der Region. Damit helfen Sie zugleich unseren Bauern. Und verzichten Sie am besten auf Nahrungsmittel, die einen weiten Weg hinter sich haben.

Mobilität: Gut für das Klima, gut für die Gesundheit

Nach dem Sektor Industrie/Energie wurden vor Corona die zweitmeisten Emissionen im Land vom Verkehr verursacht. 30 Prozent des Gesamtausstoßes im Jahr 2019 sind darauf zurückzuführen. Während in allen anderen relevanten Bereichen der Treibhausgasausstoß im Vergleich mit dem Jahr 1990 zurückging, stieg er im Verkehr beständig an. Der Umstieg auf das Fahrrad ist hier die beste Variante, allerdings ist das natürlich nicht immer möglich. Bei kurzen Strecken und gutem Wetter gelten aber keine Ausreden. Zudem hat man damit womöglich schon die Tagesdosis Bewegung abgedeckt. Alternativ sollte man öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In ruraleren Gebieten könnte man zumindest Fahrgemeinschaften bilden. Das spart nicht nur CO2, sondern auch Geld und die Parkplatzsuche. Zudem bieten sich Gelegenheiten zum Austausch. Das könnte man nutzen, um gleich die nächste Fahrt auszumachen.