Besser leben

Alternativen zum Maschendraht

08.04.2021 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
So ein freischwebender Chestnut-Zaun ist robust und schafft ein besonderes Flair. <span class="copyright">Hartinger</span>
So ein freischwebender Chestnut-Zaun ist robust und schafft ein besonderes Flair. Hartinger

Christoph Dünser bietet alternative Gartenbegrenzungen an.

Natürlich gibt es die Klassiker unter den Zäunen, wie den Maschendrahtzaun. Es gibt aber auch Sichtschutz, der nicht nur schön aussieht, sondern auch umweltfreundlich ist, erklärt Christoph Dünser von Dünser Gartendesign und Dünser Baumschulen in Ludesch. In seinem Außenareal hat er verschiedenste Modelle von alternativen Gartenzäunen gesetzt.
Rund um seinen naturbelassenen Schwimmteich hat er mehrere sogenannte Chestnut-Zäune installiert. Sie bestehen aus vertikalen Holzpfählen, die lediglich zum Beispiel dreieckig zugesägt und geschält sind. Die vertikalen Hölzer werden horizontal in mehreren Höhen mit gedrehten Drähten verbunden. Da der Zaun auf diese Weise Halt bekommt, schwebt er über dem Boden und wird nicht versenkt. Das und die großzügigen Abstände zwischen dem Holz sorgen für viel Luft und Leichtigkeit. Bei einem Chestnut-Zaun wurde Kastanienholz verwendet. Er ist 80 Zentimeter hoch und steht schon zehn Jahre, ist inzwischen daher „versilbert“: Das Holz bekommt im Laufe der Zeit einen silbrigen Glanz.
Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zaun extrem langlebig und robust ist und noch viele Jahre stehen wird, so man ihn lässt.

Christoph Dünser von der "Baumschule Dünser" in Ludesch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Christoph Dünser von der "Baumschule Dünser" in Ludesch. Hartinger

Außerdem gibt es berankte Gitterzäune. Das sind schmale, stabile Eisengitter, die in der Gärtnerei über Jahre hinweg liebevoll mit Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis, Kletterrosen, Schlingknöterich, Kletterhortensie, schlingendem Gaisblatt und anderen Pflanzen berankt werden. Sie können auch mit anderen Begrenzungs- beziehungsweise Sichtschutzelementen kombiniert werden, etwa mit Rostwänden. Diese sind sicher speziell und ganz besonders eine Geschmacksfrage. Individuell gestaltet ist die Grundstücksgrenze aber sicherlich.
Heutzutage können die Eisenwände mit CNC-Fräsen ganz exakt mit ausgesägten Dekorblumen und vielem anderen verziert werden, um Akzente zu setzen. Dünser hat vor kurzem eine Wand abwechselnd mit Efeu berankten Gitterzäunen und Rostwänden gestaltet.

Lebende Hecken

Eine klassische Alternative zum gewöhnlichen Gartenzaun sind lebende Hecken aus immergrünen Laub- und Nadelgehölzen sowie laubabwerfenden Gehölzen, die entweder geschnitten oder frei wachsend sind. Hierbei unterscheidet man Zier-, Wild- und Nutzgehölze. Der Fokus kann dabei entweder auf der Blüte oder auf den farbigen Blättern oder Trieben liegen wie beim rot- oder gelbholzigen Hartriegel.
„Im Trend liegen Wildhecken mit Fruchtgenuss, zum Beispiel Hasel, Schlehe, Felsenbirne, Kornelkirsche, Vogelbeere, Holunder, Sanddorn, Berberitze oder Goji“, beschreibt Dünser. Speziell auch die Goji-Hecke als Exot ist im Kommen, beobachtet der Leiter des Gartenbetriebs. Etwas aufwändiger sind Obstbäume, die man auch als Spalier an Drahtgestellen ziehen kann. „Der Vorteil: Auf wenig Raum hat man einen hohen Ertrag und grünen Sichtschutz zum Nachbarn.“

Efeu umrankt rostige Eisenelemente – individuell gefräst. <span class="copyright">Hartinger</span>
Efeu umrankt rostige Eisenelemente – individuell gefräst. Hartinger

Was bei den „grünen Grenzen“ zu beachten ist: Sie sind grundsätzlich anspruchslos, brauchen aber trotzdem regelmäßig Naturdünger und einen gelegentlichen Verjüngungsschnitt, damit sie von unten schön buschig bleiben und nicht zu groß werden. Außerdem ist zu beachten, dass Pflanzen etwas mehr Platz benötigen als ein Zaun – daher den Grenzabstand beachten, empfiehlt der Gärtner.
„Das Interesse an lebenden Abgrenzungen ist groß, wobei in den letzten Jahren rostige Wände und der Doppelstabzaun stark zugenommen haben. Die Argumente für Letztere sind: Sie sind stabil und langlebig, ohne Erhaltungskosten, der Doppelstabzaun kann mit Kunststofflamellen blickdicht gemacht werden. Ich dagegen finde, die heimische Flora hat unzählige Schönheiten – man muss sie nur in Szene setzen“, so Dünser.

Fixfertig sind die in diesem Fall mit Efeu berankten Gitterzäune. <span class="copyright">Hartinger (2)</span>
Fixfertig sind die in diesem Fall mit Efeu berankten Gitterzäune. Hartinger (2)

Heimische Wildgehölze können oftmals nicht nur mit Blüten punkten und Marmelade oder Säfte ergeben. Sie sind auch für Vögel und Insekten unverzichtbar – auch als alternative Gartenbegrenzungen.