Besser leben

Die „beerenstarke“ Superfrucht

07.04.2021 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Besonders geschmackvoll und auch nett anzusehen. <span class="copyright">Rammel</span>
Besonders geschmackvoll und auch nett anzusehen. Rammel

Die Kulturheidelbeere versüßt den Vorarlbergern den Sommer.

Der Trend zum Naschobst hält ungebrochen an. Hier ein paar Erdbeeren, dort einige Johannisbeersträucher, am Beet feine Himbeeren. So schmecken Vitamine am besten, sogar in den kleinsten Gärten oder auf der Terrasse.
Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Kulturheidelbeere. Am besten wird sie in geräumigen Töpfen gehalten. Denn als klassische Moorbeetpflanze kommt sie in den meisten Gartenböden des Landes nicht zurecht. Vorarlbergs Böden sind, vom Ried ausgenommen, viel zu kalkreich. Da können wir sie gleich in große Töpfe setzen. Denn auf die gut schmeckenden, gesunden Früchte soll man nicht verzichten. Auf Kümmerwuchs und gelbliche Blätter hingegen schon.
Ideal ist ein Topf mit 20 Litern oder mehr Fassungsvermögen. Er muss Löcher am Boden haben und mit Moorbeeterde gefüllt werden. Bei größeren Pflanzungen empfiehlt sich eine Mischung im Verhältnis 1:1 mit Sägespänen von Fichtenholz oder Nadelstreue. Das gibt ein lockeres Gemisch mit dem passenden Säuregrad und verhindert das Gelbwerden der Blätter.

Im Sommer ist die Ernte ertragreich und kann sich sehen lassen. <span class="copyright">Lerch</span>
Im Sommer ist die Ernte ertragreich und kann sich sehen lassen. Lerch

Da auch Leitungswasser Kalk enthält und diesen an die Pflanzen weitergibt, sollten die Heidelbeeren am besten nur mit Regenwasser gegossen werden. Der Boden sollte immer leicht feucht sein. Trocknet die Erde aus, bleiben die Früchte klein. Beerendünger aus den Gärtnereien ist ohne Kalk und damit bestens geeignet.

In den Boden

Wird dennoch der Boden dem Topf vorgezogen, ist Kreativität gefragt. Denn Kalk wandert seitlich in den Pflanzbereich ein. Bis zu einem halben Meter jährlich. Das kann jedoch durch eine seitliche Barriere aus Kunststoff, wie zum Beispiel durch einen großen Kübel ohne Boden oder einen senkrechten Teichfolienstreifen verhindert werden. Nach unten muss das überschüssige Wasser jedoch gut entweichen können.
Heidelbeeren reagieren empfindlich auf zu tiefes Pflanzen. Ihre Wurzeln sterben bei Sauerstoffmangel sehr schnell ab. Daher muss der Erdballen ein bis zwei Fingerbreit aus der Erde herausschauen. Der gesamte Wurzelbereich wird nach dem Pflanzen mit Rindenmulch oder Rindenkompost abgedeckt.

Die Beeren sind sehr empfindlich gegen kalkhaltiges Wasser. <span class="copyright">Rammel</span>
Die Beeren sind sehr empfindlich gegen kalkhaltiges Wasser. Rammel

Im Unterschied zu den wilden Heidelbeeren im Wald fühlen sich Kulturheidelbeeren auch in der Sonne wohl. Manche Heidelbeeren sind selbstfruchtbar, andere brauchen einen Befruchtungspartner. Will man sichergehen, setzt man mehrere oder erkundigt sich beim Gärtner über die passende Partnerwahl. Kulturheidelbeeren wachsen buschig und werden ca. 1,5 Meter hoch. Der Blüte im Mai folgen aromatische Früchte Mitte Juli. Es gilt aber aufzupassen, denn die Beeren sind nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Vögeln aller Art beliebt! Durch das bodenebene Entfernen von ein bis zwei abgetragenen Ästen im Spätwinter verjüngt man die Pflanzen und erhält sie dadurch ertragreich.