Besser leben

Frühlingsboten: Ostern mitten im Frühling

02.04.2021 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
In den nächsten Wochen beginnen die Wiesen zu blühen und die Boten des Frühlings strecken ihre Köpfe heraus. <span class="copyright">Steurer</span>
In den nächsten Wochen beginnen die Wiesen zu blühen und die Boten des Frühlings strecken ihre Köpfe heraus. Steurer

In wenigen Tagen ist Ostern und dann kommt endgültig der Frühling ins Land.

Lüften wir jetzt unsere Gärten! Wir brauchen dringend etwas frischen Wind und Lebensfreude zurück. Zum Glück helfen uns zahlreiche Frühblüher mit ihrem frischen Laub und bunten Blüten, den Garten zu genießen.
Der milde Februar trieb schon Krokus, Schneeglöckchen und Primel aus den Böden. Nun strecken Tag für Tag weitere Frühjahrsblüher ihre bunten Gesichter der Sonne entgegen. Vom Gärtner kühl kultiviert schaden selbst Temperaturen um den Gefrierpunkt diesen Gewächsen nicht.
Eine beliebte Frage ist, was sich derzeit pflanzen lässt. Das hängt davon ab, ob die Vorlieben eher zart und lieblich oder knallig und schrill sind. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Viele dieser Frühlingsboten sind altbekannt und gut bewährt. Hornveilchen und Stiefmütterchen sind beispielsweise verlässliche Blüher in den unterschiedlichsten Farben. Sie sollten in keiner Pflanzung fehlen. Mehr in den Vordergrund rücken höhere Pflanzen. So zählen knospige Narzissen zu den Klassikern. In gelb, creme und weiß sorgen sie für freundliche Stimmung im Garten und geben jeder Pflanzung etwas Höhe. Als Topfpflanzen passen sie gut aufs Fensterbrett, länger halten sie aber im Freien. Narzissen stecken sogar leichte Fröste und etwas Schnee spielend weg.

Frühlingsmohn. <span class="copyright">Rammel</span>
Frühlingsmohn. Rammel

Etwas seltener findet man Türkischen Mohn im frühlingshaften Garten. Aufgrund seiner Robustheit und der leuch­tenden Blüte entwickelte er sich die letzten Jahre als wertvolle Pflanze für Körbe und Schalen. Die Einzelbüte hält zwar nur kurz, doch ständig schieben neue Knospen nach und öffnen sich zu knallig leuchtenden Blüten. Ein echter Hingucker für Beet oder gemischt bepflanzte Schalen.
Das gilt auch für die Frühlings- oder Kronenanemone im Topf. Besonders bei kühleren Temperaturen kommt die Farbe ihrer Blüten schön zur Geltung, bei Hitze verblassen die Farben. Durch ihre mediter­rane Herkunft begründet, sind sie vor tiefen Spätfrösten zu schützen. Doch unter ­einem Überdach oder einer Lage Gartenvlies sind die kühlen Stunden rasch überbrückt.

Anemonen in rot und lila. <span class="copyright">Rammel</span>
Anemonen in rot und lila. Rammel

Besonders auffällige Blüten finden wir bei Ranunkeln. Wie die Kronenanemone haben sie knollige Speicherorgane. Die meisten Ranunkeln werden als Frühlingsschmuck in Töpfe und Schalen gepflanzt. Unzählige Blütenblätter entspringen den prallen Blütenknospen und wandeln sich zu einer intensiv leuchtenden Kugel. Auch sie benötigen bei Frost etwas Schutz, sind aber sonst ein Star in jeder Pflanzengesellschaft.

Pflegetipps

Frühlingsblüher sind recht unempfindlich und können über viele Wochen hinweg große Freude in Beet, Kübel und Balkonkasten bereiten. Der richtige Standort und gutes Substrat sind dabei wichtige Voraussetzungen. Aber auch auf die Pflege kommt es an. Gießen Sie die Pflanzen gleichmäßig und in Maßen. Nasses Substrat und Staunässe bekommen den Blumen nicht. Bei starkem Frost ist es ratsam, empfindliche Blüten mit einem Gartenvlies zu schützen. Entfernen Sie bei Violen, Ranunkeln und Primeln regelmäßig verwelkte Blätter und Blüten, so bilden sich rasch neue. Bei Zwiebelblumen sollten Sie das Grün nach der Blüte stehen lassen. Die Pflanze kann dann Kraft sammeln und im kommenden Frühjahr wieder austreiben.

Ranunkeln. <span class="copyright">Rammel</span>
Ranunkeln. Rammel

Ab Ende März sollte kein Hochbeet unbepflanzt sein. Denn jetzt startet das Gemüsejahr im Freiland.
Bis jetzt boten hauptsächlich Gewächshäuser und Frühbeete ausreichend angenehme Temperaturen für Setzlinge. Nun steht uns auch das Freiland zur Verfügung. Sowie der Boden oberflächlich getrocknet ist, geht es los.
Vor allem Kopf-, Baby-Leaf- und Pflücksalat wird jetzt gesetzt. Am besten in kleinen Sätzen. Zehn Salatköpfe alle zwei Wochen liefern uns ständig frische Vitamine. Und wird wo ein Platz frei, setzt man das nächste Pflänzchen ins Beet. Da kleine Chargen den Aufwand zur Selbstaussaat kaum rechtfertigen, greift man am einfachsten zum fertigen Setzling vom Gärtner. Das hat einige Vorteile. Die Pflanzen sind gut abgehärtet. Sie wurden fast unter Freilandbedingungen vorgezogen und vertragen somit intensive Sonne und kühle Nächte. Und wir ersparen uns die aufwändige Anzucht der Setzlinge. Schließlich stehen unseren Gärtnern besonders robuste Profi-Sorten zur Verfügung. Diese Sorten sind Ergebnis intensiver Züchtungsarbeit und somit widerstandsfähig gegen Mehltau und Blattläuse.
Neben Salat werden jetzt auch Kohlrabi und Mairüben gesetzt. Beide mögen es nicht ganz so frisch wie Salat, mit Vlies geschützt ergeben sie jedoch rasche Ernten.

Salate werden jetzt gesetzt. <span class="copyright">Rammel</span>
Salate werden jetzt gesetzt. Rammel

Zu den ersten Direktsaaten im Jahr zählen Karotten, Radieschen, Schnittsalat, Bundzwiebel und Rucola. Hierzu braucht es ein feines Saatbeet und gute Sämereien, natürlich vom Gärtner. Dazu noch etwas Kresse, ein paar Zwiebeln gesteckt und schon ist das Hochbeet voll, bis wir Anfang Mai mit wärmeliebenden Gemüsearten die zweite Ernte in Angriff nehmen.