Besser leben

Mehr als nur ein Schattendasein

23.09.2020 • 14:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Sommer steht bevor und schattige Sitzmöglichkeiten im blühenden Garten erhöhen die Lebensqualität. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Der Sommer steht bevor und schattige Sitzmöglichkeiten im blühenden Garten erhöhen die Lebensqualität. Harald Rammel

Bei heißen Temperaturen darf ein Schattenplatz im Garten nicht fehlen.

Spätestens wenn das Thermometer an der 30-Grad-Grenze steht, schätzt man sonnenferne Plätze. Dort lässt sich die heißeste Zeit des Tages am besten überstehen. Dabei ist Schatten nicht gleich Schatten. Unter Bäumen oder dicht bewachsenen Pergolen ist es gefühlt angenehmer als unter Sonnensegel und Markise. Die Bepflanzung verdunstet Wasser und kühlt somit zusätzlich. Dieses Phänomen zeigt sich besonders deutlich im Wald, wo es immer angenehmer ist als im Schlagschatten von Gebäuden.

Schattenkünstler

Deshalb sollte man nordseitige Gartenbereiche nicht stiefmütterlich behandeln. Im Gegenteil. Der Schatten bietet viel Gestaltungsspielraum. Eine angepasste Pflanzenwahl hilft mit, Sitzplätze hier einladend zu gestalten. Hilfestellungen geben uns dabei die Pflanzen selbst. Um das geringe Lichtangebot optimal auszunützen, setzen viele Schattenpflanzen auf große, oft weiche Blätter. Pflanzen für sonnige heiße Standorte haben hingegen meist kleinere, gern graue und bei extremer Einstrahlung auch dicht behaarte Blätter.
Schattenverträgliche Hortensien, Funkien, Silberkerzen, Geißbart oder Farne lassen daher schon vom Blatt her auf ihren Lieblingsstandort schließen.

Einen Schattenplatz zur Wohlfühloase machen. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Einen Schattenplatz zur Wohlfühloase machen. Harald Rammel

Pflegeleicht

Für bedeckten Boden eignet sich Efeu oder Ysander. Auch Immergrün, Elfenblume, Waldmeister oder Waldsteinie gedeihen hier gut und bringen durch ihre Blüten Farbe in den Schatten. Wertvolle Blüher sind auch Storchschnabel, Salomonssiegel, Nieswurz, Anemonen und Astilben. Farne, Funkien, Rodgersien und Geißbart verstärken den Waldcharakter in der Bepflanzung und verdrängen Unkräuter zuverlässig.
Im Schatten dürfen auch Sommerblumen blühen. Die Klassiker sind zwar etwas aus der Mode gekommen, doch Fuchsien, Impatiens und natürlich Knollenbegonien sind nach wie vor eine gute Wahl. Besonders die Begonie bringt an dunklen Standorten lebhafte Farben. Extrem dankbar sind die blauen Blüten der Drehfrucht. Sie wirken wunderbar freundlich und eignen sich auch hervorragend für Töpfe.

Ein blühender Garten erhöht die eigenen Lebensqualität. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Ein blühender Garten erhöht die eigenen Lebensqualität. Harald Rammel

Bunt belaubt

Im Schatten spielen Blätter und Blattformen eine wichtige Rolle. Buntnessel und Heuchera färben sich hier zwar nicht ganz so intensiv wie an helleren Standorten, ihre unterschiedlich gezeichneten Blätter sind jedoch immer eine Bereicherung. Nett wirken Dreimasterblume und Grünlilie. Letztere gefällt durch ihr weiß-grün gestreiftes Laub. Fühlt sie sich wohl, bilden sich an langen Trieben zartweiße Blüten und Kindel aus.
Im Schatten begegnet dem Gärtner auch der Zierspargel, Asparagus, wieder. Seine feinen Blättchen an den leicht bestachelten Trieben sind unverwüstlich, wenn sie regelmäßig Wasser bekommen. In den letzten Jahren erfährt diese Pflanze ein Revival, zu Recht, sind sich Experten einig. Ebenfalls darf nicht auf Zimmerpflanzen vergessen werden. Der warme Schatten ist für Schefflera, Gummibaum, Efeutute und Co. ein willkommener Platz für die Sommerfrische. Die Pflanzen leben im Freien richtig auf, solange sie nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.
All die Gewächse bieten einen wundervollen Rahmen für gemütliche Plätze. So lassen sich sommerliche Temperaturen in netter Umgebung gut überdauern. Auch wenn das Thermometer dann tatsächlich in Richtung 30-Grad-Grenze und darüber steigen sollte.