Besser leben

Futter für die Pflanzen

23.09.2020 • 15:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fehlendes Eisen in der Erde führt zu kranken Pflanzen. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Fehlendes Eisen in der Erde führt zu kranken Pflanzen. Harald Rammel

Unterernährte und dahinvegetierende Pflanzen, das muss nicht sein.

Wie alle Lebewesen brauchen auch Pflanzen regelmäßig Nahrung. Im Boden stehend, streben die Wurzeln nach Feuchtigkeit und Nährstoffen. Da haben es Topfpflanzen deutlich schwerer, sind sie doch auf Gedeih und Verderb auf die stete Versorgung durch den Menschen angewiesen.
Doch wie wissen wir, dass unseren Pflanzen etwas fehlt? Erfahrene Gärtner sehen es den Gewächsen an den Blattspitzen an. Im wahrsten Sinne des Wortes. Senken sich die Spitzen oder fehlt die Straffheit im Pflanzengewebe, sind das deutliche Signale für Wassermangel. Aber Vorsicht: nicht unbedingt für Trockenheit. Geschädigte Wurzeln, zum Beispiel durch dauerhaftes Wasser im Topf, bringen die Pflanzen auch zum Welken. Diese können dann auch kein Wasser mehr aufnehmen, zusätzliches Gießen wäre somit kontraproduktiv. Hier hilft der Griff in die Erde, der Klarheit bringt.

Nährstoffmängel hingegen erkennt man nicht ganz so leicht. Am einfachsten ist es, wenn Vergleichspflanzen da sind. Man übersieht sonst rasch erste Blattaufhellungen beziehungsweise schwächelnden Wuchs. Regelmäßiges Beobachten ist daher ganz wichtig. Mangelernährte Pflanzen kümmern gerne und auch die Blätter färben sich hellgrün bis gelblich. Dann fehlt es an Nahrung.

Düngen nicht vergessen

Gute Blumenerden enthalten ausgewogene Nährstoffe, meist in Form von Langzeitdünger. Der hält allerdings nicht ewig. Starkwüchsige Sommerblumen zehren den Vorrat in wenigen Wochen auf. Spätestens von da an ist regelmäßig Nachschub gefragt.
Flüssigdünger machen uns das Nachdüngen leicht. Entsprechend der Verpackungsangaben wird der Dünger ins Gießwasser gerührt. Völlig unkompliziert. Düngesalz ist ebenfalls leicht zu dosieren, löst sich aber etwas langsamer im Wasser auf. Dafür ist es kostengünstiger. Einfach geht es mit Düngestäbchen. Diese drückt man in die Erde und bei jedem Gießen setzen sich kleine Nährstoffmengen frei, die von den Wurzel im Anschluss aufgenommen werden.

Mit verschiedenen Mitteln wie Flüssigdünger oder Düngesalz ist das Nachdüngen der Sommerblumen ganz einfach. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Mit verschiedenen Mitteln wie Flüssigdünger oder Düngesalz ist das Nachdüngen der Sommerblumen ganz einfach. Harald Rammel

Gelbe Blätter

Pflanzen wie Petunien, gelbe Strauchmargeriten, Zitrusbäumchen, Rosen, Hortensien aber auch Tomaten im Topf bekommen gern gelbe Blätter. Die Adern bleiben dabei noch grün. Hier ist Eisenmangel im Substrat die Ursache. Abhilfe schaffen da spezielle Chelatdünger, die Eisen leicht aufnehmbar machen. In hochwertigen Gärtnererden ist Eisenchelat bereits eingemischt.

Unterschiedliche Dünger

Das Düngerangebot ist groß. Organische Dünger sind pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, wie Stallmist, Hornspäne, Blutmehl, Melasse oder Vinasse. Sie wirken langsam, da sie erst von Mikroorganismen in der Erde aufgeschlossen werden. Mineralische Dünger wie Kalium oder Phosphor entstammen meist bergmännischem Abbau. Stickstoff in mineralischer Form ist leicht wasserlöslich und birgt so die Gefahr des Überdüngens, da er rasch von Pflanzen aufgenommen wird. Bei starkem Regen werden die Nährstoffe wiederum leicht ausgespült. Dann ist erneutes Nachdüngen angesagt. Für Pflanzen sind kleinere, aber öfter verabreichte Düngegaben besser als viele Nährstoffe auf einmal. Blumen und Gemüse brauchen primär in ihrer Wachstumsphase von Ende März bis Ende August viele Nährstoffe. Danach beruhigt sich ihr Stoffwechsel aber und die Pflanzen bereiten sich bereits auf den nahenden Winter vor.

Verschiedene Düngemittel. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Verschiedene Düngemittel. Harald Rammel