Besser leben

Umwelthelfer mit grünem Mäntelchen

17.09.2020 • 17:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Alexander Angeloff zwischen Sträuchern seiner Gärtnerei. dietmar Stiplovsek

Bäume binden CO2. Auch deshalb schätzt Alexander Angeloff von der Gärtnerei Angeloff sie.

Sie sind grüne Blickfänge, beliebte Schattenspender, belebte Lebensräume – und aktive Umwelthelfer: Sträucher und Bäume im Garten. Sie gliedern den Garten, ermöglichen eine Abgrenzung der Nutzungsflächen, spenden im Sommer Schatten und bieten zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Außerdem binden sie CO2 und tun damit etwas fürs Klima.

Mit heimischen Sträuchern tut man auch Bienen Gutes.
Mit heimischen Sträuchern tut man auch Bienen Gutes.

„Jede Pflanze bindet CO2“, sagt Alexander Angeloff von der Gärtnerei Angeloff in Rankweil. „Man muss sich vor Augen halten, dass ganz Europa früher bewaldet war. Das war ein deutlicher Unterschied zu heute.“ Wenn es heute heiß ist, macht ein Baum aber immer noch einen Unterschied. Er kann die Umgebungstemperatur deutlich senken. Laut Studien kühlt ein einziger Baum so effektiv wie bis zu zehn Klimaanlagen. Seine Blätter geben viel Feuchtigkeit ab, die Luft wird gereinigt. Diese Vorzüge werden aber nicht immer anerkannt, sagt Angeloff. „Wenn heute ein Grundstück bebaut werden soll, werden erst einmal alle Bäume gefällt. Das ist nicht nur ein ökologischer Wahnsinn, diese haben auch rein ökonomisch gesehen einen Wert. Ein Großbaum kann zwischen 20.000 und 30.000 Euro wert sein“, erklärt Angeloff.

Dann erklärt er, dass man sich vor dem Anlegen eines Gartens überlegen sollte, was man will. „Rasenflächen sind nicht so pflegeleicht, wie man oft denkt. Rasen muss einmal die Woche gemäht werden. Selbst Steinbeete müssen gereinigt und saubergehalten werden. Ein gut angelegtes Staudenbeet dagegen macht wenig Arbeit. Zwei bis drei Mal im Jahr Unkraut zupfen, das war’s.“

Früchte sind dekorativ und eine Nahrungsquelle.
Früchte sind dekorativ und eine Nahrungsquelle.

Tiere im Garten

Will der Privatgärtner Tieren etwas Gutes tun und gleichzeitig selbst etwas zu beobachten haben, eignen sich heimische Wildsträucher. Sommerflieder etwa ist bei Schmetterlingen sehr beliebt, die Bartblume dient sowohl Schmetterlingen als auch Bienen als Nahrungsgrundlage. Die Felsenbirne wird häufig von Vögeln frequentiert, Vögel können sich auch in Hainbuchen verstecken, wenn diese als Hecken angelegt sind. Auch weitere Blütensträucher eignen sich für Tiere und sind gleichzeitig für den Menschen schön anzusehen. Wie etwa der rote Holder, der rote Blätter hat und dessen Früchte sind zahlreiche Säugetiere schmecken lassen.

Auch im Herbst blüht noch so Manches.
Auch im Herbst blüht noch so Manches.

„Nadelgehölze wiederum ziehen Blattläuse an, deren Zuckersaft sich dann Insekten holen“, beschreibt Angeloff. Will man einen Garten neu bestücken, ist man in seiner Gärtnerei gut aufgehoben. Zunächst fragen er und seine Mitarbeiter nach Nutzen und Verwendungszweck: Soll es ein Nutzgarten werden? Oder vielleicht doch ein Ziergarten? Die nächste Frage ist: Was passt in unsere Gegend? Was ist winterhart und was ist bei uns überhaupt verwendbar? Manches sieht vielleicht schön aus, kommt aber aus südlichen Gegenden und hat daher in unseren Gefilden nur wenig Überlebenschance. Dann hätte der Kunde nicht lang eine Freude daran. Wichtig sind auch die Eigenschaften der Pflanze. Manche sind stabiler und krankheitsresistenter als andere.

Reizvoll ist das Spiel mit unterschiedlichen Strukturen.
Reizvoll ist das Spiel mit unterschiedlichen Strukturen.

Roter Holder, Zierapfel, Spierstrauch oder Bartblume: „Es gibt Künstler für alle Lebensbereiche. Dafür, im Schatten, in der Sonne, in Gruppe und so weiter zu wachsen. Wir bieten jedem Kunden Beratung an, wenn er das will. Wenn man es richtig macht, ist ein Garten auch nicht so pflegeintensiv“, sagt Alexander Angeloff und schmunzelt. Und außerdem bedeutet Garten Leben und nicht zuletzt einen Beitrag zum Klimaschutz.