Besser leben

Recycling-Anlage im Garten

17.09.2020 • 17:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Kompost dient im Garten als wichtige Humus- und Nährstoffquelle. <span class="copyright"> Harald Rammel</span><span class="copyright"> </span>
Der Kompost dient im Garten als wichtige Humus- und Nährstoffquelle. Harald Rammel

Aktiver Umweltschutz ist, wenn aus Grünabfällen wertvoller Dünger gemacht wird.

Im Herbst fallen große Mengen Gartenabfälle an. Dabei sind Falllaub, Gehölzschnitt, Schnittgut aus dem Staudengarten, Erntereste sowie Sommerblumentöpfe wertvolle Rohstoffe. Sie wegzubringen wäre ein Verlust, besser ist es, sie zu sammeln und anschließend in wertvolle Komposterde und so in den natürlichen Gartenkreislauf zurückzuführen.

Kompost leitet sich vom lateinischen „composere“ ab und bedeutet sinngemäß: zusammensetzen. In der harmonischen Zusammensetzung der Ausgangsstoffe liegt auch der Schlüssel zum Erfolg richtigen Kompostierens. Denn fast alles, was im Garten an Verrottbarem anfällt, lässt sich so veredeln und wieder als Dünger in den Garten zurückführen. Wesentlich beim Kompostieren ist die richtige Mischung. Die Ausgewogenheit zwischen nassen und trockenen Ausgangsstoffen ist dabei ebenso wichtig, wie die Abwechslung zwischen grobem und feinem Material. Auch pflanzliche Küchenabfälle lassen sich in haushaltsüblichen Mengen beimengen, benötigen jedoch als Ausgleich trockenere Materialien wie gehäckseltes Laub, Heu oder Stroh.

Auf Durchmischung achten

Vor dem Kompostieren werden alle Materialien getrennt gesammelt. Erst wenn mindestens eineinhalb Kubikmeter beisammen sind, werden diese gut gemischt auf eine längliche Miete geschichtet. In kleinen Gärten ist auch ein Kompostsilo oder eine Komposttrommel eine probate Lösung.

Komposthaufen
Komposthaufen

Wichtig dabei ist die gute Durchmischung der verschiedensten Ausgangsmaterialien. Nicht fehlen sollte dabei eine erdige Komponente. Ein paar Schaufeln Gartenerde, etwa zehn Prozent vom Gesamtvolumen, liefern notwendige Tonanteile. Alternativ lassen sich auch mehrfach Gaben von Steinmehl beigemengen. Etwas reifere Komposterde, zum Beispiel vom vorhergehenden Haufen, steuert viele Mikroorgansimen und Bodenlebewesen bei. Alternativ dazu kann auch ein Kompoststarter verwendet werden.Als Hülle eignet sich eine Schicht aus Gras, Stroh oder Laub beziehungsweise auch Kompostvlies. Die Abdeckung schützt vor dem Austrocknen und einer Vernässung des Materials. Wenn der Kompost gut aufgesetzt ist und zusätzlich in der Anfangsphase täglich umgeschaufelt wird, steigt die Temperatur des Gemenges auf bis zu 60 °C. Diese so genannte Heißrotte ist erwünscht. Sie lässt Unkrautsamen und Pilzsporen absterben und hygienisiert das Material. Allerdings herrschen diese hohen Temperaturen nur in der Mitte des Haufens. Deshalb ist ein regelmäßiges Umsetzen unbedingt notwendig. Wenn Sie einen Kompostsilo verwenden, fehlt das Umschaufeln und der Vererdungsprozess geht viel langsamer vor sich. Auch die notwendige Temperatur wird nicht erreicht. Als Ergebnis erhält man zwar auch eine dunkle, lockere Erde, diese beinhaltet jedoch jede Menge Unkrautsamen.

Der fertige Kompost dient im Garten als wichtige Humus- und Nährstoffquelle. Im Gemüsebeet verwendet man davon circa fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter als Grunddüngung. Unter Sträucher oder im Rasen reicht die Hälfte davon für den jährlichen Nährstoffbedarf. So lässt sich viel Geld für Gartendünger sparen und gleichzeitig ist es ein Beitrag zum Umweltschutz.

Fertiger Kompost lockert unter anderem den Boden auf.
Fertiger Kompost lockert unter anderem den Boden auf.