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„Lego“ wird frei von Geschlechterklischees

12.10.2021 • 16:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lego-Spielzeug wird frei von Geschlechterklischees
Lego-Spielzeug wird frei von Geschlechterklischees (c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)

„Lego“ wird frei von Stereotypen, kündigt der dänische Spielzeugriese an.

Der Spielzeughersteller „Lego“ hat angekündigt, künftig geschlechtsspezifische Stereotype aus seinen Produkten zu entfernen. Die Entscheidung folgt auf die Veröffentlichung einer Studie, die anlässlich des internationalen Mädchentags vom dänischen Unternehmen in Auftrag gegeben wurde. Das Ergebnis: Die in der Gesellschaft verankerten Geschlechterklischees beeinflussen nach wie vor Mädchen, Buben und deren Eltern. Dabei fanden die Forscher heraus, dass Mädchen zwar bereit wären, Geschlechternormen zu überwinden, doch gleichzeitig auch, dass die Gesellschaft weiterhin Vorurteile hegt, die ihr kreatives Potenzial hemmen. Doch was heißt das?

Die Fußballerin und der Balletttänzer

Mädchen werden immer selbstbewusster. Sie trauen sich immer öfter zu, sich an allen Arten von Spielen und kreativen Aktivitäten zu beteiligen. 82 Prozent der Mädchen sind der Meinung, dass es für Mädchen in Ordnung ist, Fußball zu spielen und für Buben, Ballett zu tanzen. Es seien also ganz klar Fortschritte in der frühzeitigen Beseitigung von Vorurteilen zu erkennen. Die Einstellung zum Spielen und zu kreativen Berufen zwischen Mädchen und Buben sei dennoch ungleich und restriktiv, so die Studienautoren.

Deshalb will man beim dänischen Spielzeugriesen nun reagieren und „die Lego-Produkte inklusiver machen“. Traditionell würden eher Buben mit Legosteinen spielen, darum soll es ab sofort vermehrt Produkte im Sortiment geben, die beide Geschlechter oder speziell Mädchen ansprechen. Das Spielzeug soll als „Trainingsmöglichkeit“ räumliches Vorstellungsvermögen, kreatives Denken und Problemlösungsfähigkeit fördern. Die Asymmetrie, dass Mädchen dazu ermutigt werden, mit ‚Bubensachen‘ zu spielen, Buben aber nicht mit ‚Mädchensachen‘, sei ein großes Problem, meint die Neurobiologin Gina Rippon. „Wenn nur Mädchen mit Puppen spielen, dann fehlt es den Buben an erzieherischen Fähigkeiten.“

Lego
Hat der männliche Lego-Bauarbeiter ausgedient?APA

Die Gesellschaft habe sich glücklicherweise dorthin entwickelt, dass die Rollenbesetzung nicht mehr mit dem Geschlecht verknüpft sei, doch nicht jeder aus der älteren Generation sei so weit wie die Gesellschaft. Generell unterschätze man den pädagogischen Effekt von Kinderspielzeug. „Lego könnte aber mit Bausätzen ohne Stereotype eine weitere Aufweichung erzielen. Die Großmutter schenkt dem Enkel – aus Wohlwollen – zwar noch immer den Feuerwehrbausatz, ist darin aber ein Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau, regt das Kinder natürlich an.“