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Impfstoff gegen Malaria gibt Hoffnung

07.10.2021 • 11:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Hilfe von Moskitonetzen wird versucht, die Krankheit einzudämmen
Mit Moskitonetzen wird versucht, Krankheit einzudämmen (c) panyawat – stock.adobe.com

Laut WHO ist neuer Impfstoff „ein Geschenk an die ganze Welt“.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab nun einen historischen Durchbruch in der Malariabekämpfung durch einen neuen Impfstoff bekannt. Zuletzt begutachtete ein unabhängiger Expertenausschuss in Genf vielversprechende Ergebnisse aus Pilotversuchen mit dem Impfstoff RTS,S in drei afrikanischen Ländern.

„Das ist ein historischer Tag“, heißt es vonseiten der WHO. Dieser Impfstoff sei ein Durchbruch bezüglich der Kontrolle dieser Erkrankung und damit ein echter „Gamechanger“. In der Pilotstudie mit tausenden Kindern konnte gezeigt werden, dass das Vakzin eindeutig wirksam und auch sicher ist. Außerdem sei der Impfstoff kostengünstig und leicht transportfähig. So sei die Verteilung leicht möglich.

Wichtig sei der Impfstoff auch deswegen, weil jährlich unzählige Kinder unter fünf Jahren an Malaria erkranken. Diese Gruppe könne nun gut geschützt werden. Die WHO weist aber auch darauf hin, dass Malaria damit zwar besser in den Griff bekommen werden kann, allerdings noch nicht besiegt sei: „Wir brauchen auch Medikamente, die im Fall einer Erkrankung eingesetzt werden können.“

Parasiten lösen Malaria aus

Malaria wird durch Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch infizierte Mücken auf Menschen übertragen werden. Infizierte bekommen oft Fieber und Schüttelfrost und leiden an Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen und starker Müdigkeit. Bei schweren Verläufen kommen unter anderem Atemnot, Krämpfe und Blutungen hinzu, die meisten schwer betroffenen Menschen sterben ohne ärztliche Behandlung. Der Impfstoff wirkt gegen den tödlichsten mehrerer Malaria-Parasiten, Plasmodium falciparum. Das Präparat enthält einen Protein des Parasiten, wodurch eine Immunisierung und eine schnellere Abwehrreaktion des Immunsystems bewirkt werden sollen.

Malaria

Jedes Jahr gibt es rund 200 Millionen Malaria-Infektionen überwiegend in Afrika. Viele Menschen stecken sich mehrmals im Jahr an. 400.000 Menschen sterben im Jahr dadurch, vor allem Kinder unter fünf Jahren. 94 Prozent der Malaria-Todesfälle verzeichnen afrikanische Länder.

Vor rund 20 Jahren wurde der Schutz vor Mückenstichen in Malaria-Gebieten intensiviert, unter anderem durch den Einsatz von Moskitonetzen für die Nacht, die mit Insektiziden behandelt sind. Dadurch gingen die Infektionszahlen zurück.

Pilotversuche mit Impfstoff laufen schon

Seit ein paar Jahren stagnierten sie aber. Seit 2019 laufen nun Pilotversuche mit dem Impfstoff in Ghana, Kenia und Malawi. Hunderttausende Kinder wurden vor ihrem zweiten Geburtstag bis zu viermal damit geimpft. Im April berichtete die WHO: „Der Schutz, den der RTS,S-Malariaimpfstoff zusätzlich zu den empfohlenen Malariabekämpfungsmaßnahmen bietet, kann Zehntausende Menschenleben im Jahr retten.“

Den Impfstoff entwickelte das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline. Unterstützt wurde das Unternehmen von der Malaria-Impfstoff-Initiative der gemeinnützigen Organisation PATH. Biontech, gemeinsam mit Pfizer Hersteller eines Covid-Impfstoffes, arbeitet ebenso an einem Malaria-Impfstoff. Dieser soll ebenso auf der mRNA-Technologie basieren.