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Stauden und Hecken verzieren jeden Garten

26.09.2021 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein schöner Garten bietet die Möglichkeit, sich einfach treiben zu lassen oder seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.<span class="copyright">Hartinger</span>
Ein schöner Garten bietet die Möglichkeit, sich einfach treiben zu lassen oder seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.Hartinger

Viele Menschen lieben es, sich in Zurückgezogenheit zu entspannen.

Kaum jemand will sich dabei gerne ständig beobachten lassen. In der Regel steht man nicht so gerne im Mittelpunkt und fühlt sich in der Deckung wohler. Achten Sie beim nächsten Restaurantbesuch darauf: Die Plätze am Rand des Saals beziehungsweise in den geschützten Ecken sind immer zuerst belegt. Erst danach füllen sich die Plätze in der Raummitte. Gute Gartenplaner berücksichtigen diesen Umstand auch bei der Anlage von Gärten. Man sollte vom Sitzplatz aus zwar die Umgebung gut beobachten können.
Selbst will man nicht ständig im Rampenlicht stehen. Man fühlt sich in Deckung einer Mauer oder eines Strauches wohler als völlig ungeschützt.

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Hartinger

Gut versteckt

Als Gärtner schaffen wir Rückendeckung gegen neugierige Blicke aus der Nachbarschaft mit Gehölzen. Bei Platzmangel oder bewusst als Stilelement eingesetzt haben streng geschnittene Formhecken ihre Berechtigung. Schlanke Grünzäune können etwa aus geflochtenen Weiden errichtet werden. Auch Hecken aus Hainbuchen und Liguster erfreuen sich nach wie vor gro­ßer Beliebtheit. Von Thuyen und Kirschlorbeer wird aber mittlerweile abgeraten. Die Monokulturen aus immergrünen Sträuchern bieten heimischen Tieren weder Nahrung noch Versteck. Ihr Grünschnitt ist sogar giftig und für den Kompost ungeeignet.

„Jeder Strauch wächst von Natur aus anders und trägt zu einer enormen Varianz an Formen bei.“

Matthias Heel, Heel Gartenbau, Satteins

Natürlicher Wuchs ist gefragt

Mir persönlich gefällt es wesentlich besser, wenn Pflanzen ihr natürliches Wuchsbild entfalten können. Jeder Strauch wächst von Natur aus anders und trägt so zu einer enormen Varianz an Formen bei.
Trägt man dieser Individualität der Pflanzen auch in der Pflege Rechnung, bleiben die Pflanzen dauerhaft natürlich schön, ohne großen Aufwand. Blütensträucher wie Bartblume, Zierapfel oder Schattenglöckchen steigern ihren optischen Wert zusätzlich durch zahlreiche Blüten, sehr zur Freude der Nützlinge wie Bienen.
Sie sind streng geschnittenen Heckenpflanzen im ökologischen Wert weit überlegen. Die zusätzliche Farbe im Garten ist hoch willkommen, ebenso die Früchte, die wir von vielen Zier- und vor allem Wildgehölzen erhalten.

Die Feuer­stelle ist ein Platz zum entspannen.<span class="copyright"> Hartinger </span>
Die Feuer­stelle ist ein Platz zum entspannen. Hartinger

Einzelpflanzungen als Hingucker

Einen Garten kann man auch mit schönen Solitärgehölzen strukturieren. Die bewusste Einzelstellung exklusiver Kleinbäume wie dem Judasbaum, dem Perückenstrauch, der Weidenblättrigen Birne oder dem Pagodenhartriegel prägt ganze Gartenbereiche und verleiht ihnen ein charakteristisches Aussehen.
Derartig ausdrucksstark sind auch verschiedene großwüchsige Stauden. Das Mammutblatt stellt ab Sommerbeginn einen hervorragenden Sichtschutz dar, ebenso Malven, Federmohn, Riesenkreuzkraut oder hohe Gräser.
Diese Pflanzen benötigen im Frühjahr jedoch etwas Anlaufzeit, bevor sie ihre volle Pracht entfalten. Haben sie sich jedoch am Standort eingelebt und jahreszeitlich Fahrt aufgenommen, prägen sie das Bild des Gartens.

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Hartinger

Blühende Klassiker

Als blühender Sichtschutz fällt mir natürlich auch die Rose ein. Ein- oder mehrfachblühende Kletterrosen als Abschluss einer Terrasse und Strauchrosen sind immer nett anzusehen.
Ihre Blütenfülle macht sie zu besonderen Gartenpflanzen, die gewollt im Hintergrund stehen oder ganz bewusst im Vordergrund platziert die Blicke auf sich ziehen. Persönlich liegt hier mein Fokus klar auf robusten Sorten. Die sind nicht nur schön, sondern auch unproblematisch.
Wer verblühte Rosentriebe bis zum ersten fünfblättrigen Trieb zurückschneidet, erhöht nicht nur die Chancen auf eine zweite Blüte im Jahr, sondern hilft der Rose auch gleich die richtige Form zu behalten. Lange Wassertriebe sind ebenfalls kraftzehrend und sollten entfernt werden.

Von Markus Heel