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Schlierenzauer beendet seine Karriere

21.09.2021 • 11:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gregor Schlierenzauer
Gregor Schlierenzauer APA/AFP/SASCHA SCHUERMANN

Mit Gregor Schlierenzauer verlässt einer der Größten aller Zeiten das Skispringen.

Gregor Schlierenzauer hängt seine Skisprung-Latten auf den Nagel. Dies hat der 31-jährige Tiroler am Dienstag in seinem Internet-Blog bekanntgegeben. Schlierenzauer ist u.a. 53-facher Weltcup-Rekordsieger, fand aber nicht mehr dorthin zurück, wo er wieder hinwollte: ganz nach oben. „Meine aktive Karriere zu beenden ist mir nach all dem, was ich als Spitzensportler erleben durfte, nicht leicht gefallen – aber die Entscheidung fühlt sich ebenso wie der Zeitpunkt richtig an.“

In seinem Blog meinte Schlierenzauer: „Die letzten Monate waren für mich herausfordernd. In positiver Hinsicht. Durch die Verletzungspause hatte ich ausreichend Zeit und den nötigen Abstand, um Vergangenes aufzuarbeiten und zu schauen, wo ich jetzt stehe.“

Der zweifache Weltcup-Gesamtsieger blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück: neben den 53 Einzel-Siegen im Weltcup war er auch 17 Mal mit dem Team erfolgreich und holte 2011/12 und 2012/13 zweimal die Vierschanzen-Tournee. Zudem gewann er bei Olympischen Spielen Team-Gold 2010 sowie eine Team-Silbermedaille (2014) und zwei Einzel-Bronzemedaillen (Normal- und Großschanze 2010). Bei Nordischen Weltmeisterschaften ist er insgesamt sechsfacher Weltmeister und holte zudem fünf Mal Silber und ein Mal Bronze. Zählt man auch die vier Skiflug-WM-Goldmedaillen und eine -Silbermedaille dazu, hat Schlierenzauer sogar 17 WM-Medaillen geholt.

Knieverletzung

Seinen letzten Weltcup-Sieg feierte Schlierenzauer allerdings am 6. Dezember 2014 in Lillehammer (NOR), und es folgten Jahre ohne ganz großen Erfolg. Schlierenzauer bedankte sich in seinem Blog bei vielen Wegbegleitern. „Ich weiß auch die Unterstützung meiner Trainer und Partner, die mir buchstäblich Flügel verliehen haben, sehr zu schätzen. Sie haben mich geformt, gepusht und aufgefangen, aber niemals verbogen. Ein Dankeschön gilt auch dem Österreichischem Skiverband und dem Olympiazentrum Tirol, all den Betreuern, Ärzten, meinen Team-Kollegen und den vielen inspirierenden Menschen, die ich auf und abseits der Schanzen kennenlernen durfte.“

Die vergangene Saison 2020/21 hatte Schlierenzauer wegen einer Knieverletzung kurz vor Beginn der Nordischen WM in Oberstdorf (GER) beenden müssen. Mit dem Tiroler verabschiedet sich einer der größten heimischen Wintersportler aus dem aktiven Sport. Das sieht auch Mario Stecher, der Sportliche Leiter im ÖSV für Ski nordisch, so: „Gregor hat fürs Skispringen Großartiges geleistet. Seine außergewöhnliche Karriere ist gespickt mit Superlativen. Er hat im Grunde alles erreicht, was es zu erreichen gibt, fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und es ist auch ihm zu verdanken, dass der Sport heute da steht, wo er ist“, sagte Stecher in einer Aussendung des ÖSV.

Kommentar von Sportredakteur Alexander Tagger

Schlierenzauer habe über viele Jahre Tausende Fans begeistert und sei ein Vorbild für den Nachwuchs gewesen. Der ÖSV wünscht Schlierenzauer alles Gute. „Er wird immer ein gern gesehener Gast bei uns bleiben.“

Was Schlierenzauer nun vorhat, ließ er im Blog noch nicht durchblicken: „Mein Feuer, das immer voll und ganz für den Sport brannte, brennt jetzt für neue Aufgaben, die da sind und die auf mich warten. Ich schlage dieses neue Kapitel mit Leidenschaft auf, bin voller Tatendrang und Neugierde.“