Allgemein

Der Shop, in dem es nichts zu kaufen gibt

15.09.2021 • 16:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der "Checkpoint MaHü" soll das Bundesheer als "attraktiven Arbeitgeber" bewerben, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Der „Checkpoint MaHü“ soll das Bundesheer als „attraktiven Arbeitgeber“ bewerben, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Bundesheer/Carina Karlovits

Bundesheer hat neuen Shop inklusive Informationsbüro in Wien eröffnet.

Und plötzlich seilen sich mitten auf der Wiener Mariahilfer Straße vier Soldaten ab und zücken eine Schere. Was normalerweise für viel Verwirrung sorgen würde, ist am Mittwoch wohl vorbereitet. Im Hintergrund ist die Titelmelodie zum Actionfilm „Mission Impossible“ zu hören. Das Bundesheer hat seinen „Checkpoint MaHü“ eröffnet, eine „Informations- und Beratungsstelle“ für jene, die an einer Karriere im Heer interessiert sind. Die Scheren waren dazu da, um das Band durchzuschneiden.

Der Hintergedanke zum Lokal mitten in Wien ist schnell formuliert: „Unser Anspruch ist, das Bundesheer moderner zu machen„, sagt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Mit dem neuen Lokal will das Bundesheer „in die Mitte der Gesellschaft. Wo soll das besser gehen als auf der Mariahilfer Straße?“, fragt Tanner. Bisher hat das Heer eine ähnliche Infostelle in Wien lediglich in Stammersdorf im 21. Bezirk betrieben, Laufkundschaft ist da nicht zu erwarten. Der endgültige Standort lag schließlich auf der Hand. Das Geschäftslokal ist nämlich Teil der Stiftskaserne und daher Eigentum des Heeres. Mietkosten bleiben erspart.

Bundesheer als „attraktiver Dienstgeber“ bewerben

Betreut wird das Lokal vom Heerespersonalamt, schließlich soll das Heer dort „als attraktiver Dienstgeber“ präsentiert werden. Das Wort „Rekrutierung“ wurde tunlichst vermieden. Funktionieren soll das auch mit viel Videomaterial. Im weiß gehaltenen Raum hängen mehrere große Bildschirme, auf denen spektakuläre Bilder von Einsätzen und Übungen gezeigt werden. Diese sollen gleich rund um die Uhr eingeschalten sein, damit auch jene, die in der Nacht vorbeigehen, auf das Heer aufmerksam gemacht werden, wie Tanner bei der Eröffnung erzählt.

Daneben dient das Lokal auch als „Flagship-Store“. Wobei der Begriff „Store“ vielleicht zu weit greift. Zu kaufen gibt es nämlich nichts. In einem eigenen Webshop bestellte Dinge können dort via „click and collect“ abgeholt werden. Die großteils dunkelgrünen Merchandise-Artikel sind aber in Vitrinen ausgestellt. Von der Gummiente über die Wasserflasche zur Jacke ist alles dabei. Das Heeresbudget wird der Shop wohl kaum sanieren können. Der „Checkpoint“ sei gar nicht gewinnbringend ausgerichtet, heißt es.