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Demo für Mobilitätswende

11.09.2021 • 18:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Demo für Mobilitätswende
 AFP

25.000 Menschen demonstrierten in München für eine Mobilitätswende.

Rund 25.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag in München anlässlich der Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) für eine Mobilitätswende demonstriert. Mit einer Fahrrad-Sternfahrt und Fußgängerdemonstration forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr.

Die Politik müsse sich „endlich aus der erdrückenden Umarmung der Automobilindustrie befreien, um einen klimafreundlichen Verkehr für alle zu ermöglichen“, verlangte das Bündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, Naturfreunde Deutschlands und VCD, das zu den Protesten aufgerufen hatte. „Die Menschen wollen eine andere Verkehrspolitik, konsequenten Klimaschutz im Verkehr und gute Alternativen zum eigenen Auto.“

„Dicke Spritschlucker und Platzfresser“ seien nicht mehr zeitgemäß. „Wir wollen eine Politik, die Rad, Fuß, Bus und Bahn klar priorisiert und Klimaschutz im Verkehr ernst nimmt“, so das Bündnis. Für die Fahrrad-Sternfahrt nach München starteten unter anderem Gruppen in Frankfurt am Main, Regensburg, Augsburg und Rosenheim.

Vorrang für Fuß- und Radverkehr gefordert

Bei der Abschlusskundgebung auf der Münchner Theresienwiese forderte das Bündnis die faire Verteilung des öffentlichen Raumes mit Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und klimaneutralen Verkehr bis 2035.

Die Polizei hatte im Vorfeld ihr größtes Kontingent eingesetzt. Man werde die Höchstzahl von 4.500 Kollegen erreichen, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. Auf der Theresienwiese, wo die Kundgebungen enden sollen, standen am Vormittag Dutzende Polizeibusse. Auf dem Platz wird normalerweise das Oktoberfest veranstaltet.

Die Veranstalter der Sternfahrt werfen der IAA und den Autokonzernen vor, zu wenig für das Klima zu tun und sich nur einen „sauberen Anstrich geben“ zu wollen.

Neben den beiden Großdemonstrationen erwartet die Polizei auch weitere Störungen rund um die IAA. Es sei möglich, dass es erneut zu Versuchen kommen werde, Polizeiabsperrungen zu überlaufen. Dabei war es am Freitag zum Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray gekommen. Auch am Samstag werde man – wenn es die Situation erfordere – mit Zwangsmaßnahmen reagieren, sagte ein Sprecher. „Eine polizeiliche Absperrung hat keinen Empfehlungscharakter.“ Er hoffe aber, dass alles friedlich bleibe.

Eine erste Aktion jenseits von Demo und Radsternfahrt gab es laut der Umweltschutzaktion Robin Wood bereits am Vormittag. Bilder auf Twitter zeigten Aktivisten, die am Wittelsbacher Platz, wo eine der städtischen Aktionsflächen der IAA ist, ein Banner aufhängen.

CDU-Chef Armin Laschet sagte am Samstag auf dem Parteitag der Schwesterpartei CSU in Nürnberg: „Das ist die grünste IAA, die es je gegeben hat.“ Noch nie sei so viel von Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Rede gewesen. „Dass man dagegen noch demonstriert, Straßen blockiert und den Kampf gegen diese Industrie führt, zeigt: Manchen geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Systemveränderung.“ Die Kritiker der IAA werfen ihr vor, nur einen grünen Anstrich für die Automobilbranche zu erzeugen.