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Biontech plant baldigen Impfstoff für Kinder

10.09.2021 • 11:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Uğur Şahin und Özlem Türeci
Uğur Şahin und Özlem Türeci (c) AP (Bernd von Jutrczenka)

Bereits in wenigen Wochen soll Vakzin für Fünf- bis Elfjährige bereit stehen.

Uğur Şahin und Özlem Türeci, die beiden Gründer des Pharmariesen Biontech, wollen nun auch für Kinder von fünf bis elf Jahren einen Covid-19-Impstoff anbieten.

In einem aktuellen Interview, das sie dem „Spiegel“ gaben, lassen sie keinen Zweifel daran, auch diese Altersgruppe mit Vakzinen versorgen zu wollen: „Wir bereiten bereits die Produktion vor“, betont Türeci. Bereits in wenigen Wochen soll er bereit stehen, das Unternehmen werde schnell die Zulassung bei Europas Arzneimittelbehörde EMA beantragen. Türeci weiter: „Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden.“ Es laufe „alles nach Plan“. Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu noch jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

Zugleich fordern die beiden Biontech-Gründer dazu auf, alles daranzusetzen, in den kommenden Wochen noch unentschiedene Menschen von einer Impfung zu überzeugen. „Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden“, sagte Sahin. „Wir sollten das uns Mögliche tun, in diesen knapp zwei Monaten so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren.“

Slowakei impft Schulkinder

In der Slowakei etwa steht die Covid-19-Impfung von Biontech/Pfizer bereits seit Donnerstag allen Schulkindern offen. Die Regierung in Bratislava ließ das Vakzin für Fünf- bis Elfjährige zu, berichteten slowakische Medien. Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky betonte, die Impfung sei freiwillig und werde auf Wunsch der Eltern und mit Zustimmung des Kinderarztes des Kindes verabreicht. In der EU ist das Vakzin durch die Arzneimittelbehörde EMA allgemein erst ab zwölf Jahren zugelassen.

„Impfstoffe für Kinder unter zwölf Jahren sind derzeit seitens der europäischen Behörden noch nicht zugelassen“, hieß es zu der Entscheidung in der Slowakei im Gesundheitsministerium in Wien. „Das Österreichische Nationale Impfgremium beobachtet die Lage ganz genau. Sobald es eine entsprechende Entscheidungsgrundlage gibt, wird auch eine Empfehlung ausgesprochen werden“, betonte das Büro von Ressortchef Wolfgang Mückstein (Grüne) zur Situation hierzulande.

In der Slowakei wird der Impfstoff von Experten bei bestimmten Diagnosen von Kindern empfohlen. Dazu zählen chronische Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, immunbedingte Erkrankungen und onkologische Erkrankungen.